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TV-Kritik Der Insel-Irrsinn der Mainzelmännchen

Idyllisch: Katrin-Müller Hohenstein und Olli Kahn

Idyllisch: Katrin-Müller Hohenstein und Olli Kahn

Foto:

ZDF Lizenz

Usedom -

Laut Fremdenverkehrswerbung ist Usedom „ein Ort, an dem die Seele Urlaub macht“. ZDF-Zuschauer wissen es besser: Seit Sonntag ist Usedom ein Ort, an dem der Verstand Urlaub macht.

Wer Usedomina Katrin Müller-Hohenstein und Grillwurst-Olli Kahn am ZDF-Fußballstrand erlebt, der fragt sich: Wo ist der Anstieg des Meeresspiegels, wenn man ihn braucht?

Einmal Flut, und alles wäre gut!

Stattdessen fabuliert Müller-Hohenstein von „Mario Klose“, das Rentnerpublikum döst in Liegestühlen vor sich hin, und alles wirkt wie der knalltütige Fernsehgarten mit Fußball, ein sportgewordener Tony Marshall. Silbereisen, übernehmen Sie – der ZDF-Sportstadl kann nur besser werden!

Wobei man sagen muss: Es ist nicht einmal sicher, dass der Schlandfußball von der Rostsee, der mit der EM nur sehr am Rande zu tun hat, tatsächlich von Müller-Hohenstein und Kahn moderiert wird.

Viele Zuschauer sind sich sicher, dass es sich in Wahrheit um Anke Engelke und Bastian Pastewka handelt, die als Schunkelduo Wolfgang und Anneliese verkleidet sind, die als Müller-Hohenstein und Kahn verkleidet sind. Oder um Marianne und Michael mit Sonnenstich.

Moderierende Costa Concordia

Nur so ließen sich die Dialoge erklären, zu denen es an der Ostsee zum Schrecken der ortsansässigen Vegetation kommt.

„Olli, was war das Schönste heute?“, tiriliert KMH, die Kiewel des grünen Rasens. Und ihr Elitepartner Kahn (die ZDF-Schunkel-EM wird von der Internet-Datingbude präsentiert) raunzt kahnig und desinteressiert: „Dass der Wetterbericht nicht recht hatte.“

Die Meteorologen hatten Windstärke 8 vorausgesagt, doch der Sturm blieb aus. Schwach, Kachelmann! Doch die EM ist noch lang, die Hoffnung bleibt. Nach mir die Sintflut? Warum so spät, warum nicht gleich?

Es passt so gut wie nichts beim Schlandburgenbauen auf Usedom. 45 Minuten vor dem Über-Spiel Spanien – Italien geht’s nicht um das Spiel, auf das sich die ganze Welt freut. Stattdessen begrüßt Müller-Hohenstein, die moderierende Costa Concordia, den ortsansässigen FC Insel Usedom.

Beschwipste Kamerafahrten treiben den Zuschauer an den Rand der Epilepsie. Wenn die Sonne scheint, wird Kahn so geblendet, dass sich seine Augen zu schießschartenähnlichen Schlitzen verengen. Wenn’s finster ist, wirft MüHos Mikro Schatten, die aussehen, als würde sie Herpes plagen. Und der zeitversetzte Sound klingt wie Bauchredner.

Hohlfühl-Fußball statt Wohlfühl-Fußball

Die ZDF-eigene Internet-Maus, die laut Müller-Hohenstein mal „Jeannine“ und mal „Jeanette“ heißt, präsentiert Nichtigkeiten aus dem Netz, diesem neuen Teufelszeug, über das MüHo so schön staunen kann.

Bereits 20 Minuten nach einem Spiel verkündet sie: „Es gibt tatsächlich jetzt die ersten Reaktionen im Netz!“ Höllenschnell, dieses Internet, unglaublich!

Fazit: Hohlfühl-Fußball statt Wohlfühl-Fußball – das Zuschauen macht matschig in der Birne. Und da hatte Poschi noch gar nicht mit dem Kommentieren begonnen.