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Tradition statt Werksklubs: BVB-Boss Watzke: Liga muss FC helfen

Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser (l.) und Dortmunds Vorstandschef Hans-Joachim Watzke

Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser (l.) und Dortmunds Vorstandschef Hans-Joachim Watzke

Düsseldorf -

Wie steht es um den Fußball? Was sind die neuesten Trends? Darüber diskutieren 1600 Teilnehmer beim 17. Sportbusiness-Kongress.

Und Montagabend wurde es bei der „Elefantenrunde“ richtig hitzig. Es ging um die Zusammensetzung der Bundesliga, und da drehte Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke (53) auf.

„Die DFL präsentiert auf ihren Roadshows ja gerne das Premium-Produkt Bundesliga. Aber das System kollabiert bald. Wir können nicht noch mehr Vereine in der Liga verkraften, die kaum Zuschauer ziehen“, schimpfte der BVB-Geschäftsführer.

Unterstützung erhielt er von Frankfurts Chef Heribert Bruchhagen (64). „Ich beklage sehr, dass der Liga Traditionsvereine wie Köln und Kaiserslautern fehlen. Die werden durch die neu entwickelten Werksklubs in die Zweite Liga geschoben. Aber ein Verein wie Wolfsburg hat bei uns in Frankfurt 326 Zuschauer mitgebracht. Wollen wir so etwas?“

Watzke will das nicht. Und fordert daher die DFL auf, die TV-Gelder anders zu verteilen. „Die Traditionsklubs bewegen die Menschen. Man muss daher Vereinen wie Köln, die die Liga rocken, finanziell helfen. Wenn wir so weiter machen, haben wir bald nur noch Spiele wie am vergangenen Sonntag.“ Da spielte Hoffenheim vor 28.000 Zuschauern. „Dietmar Hopp ist komplett in Ordnung. Aber Hoffenheim braucht die Liga nicht zwingend. Wenn die weg sind, wird es keine dramatischen Zuschauer-Einbrüche geben“, sagte Watzke grinsend.

Das wiederum wollte Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser (63) nicht auf sich sitzen lassen. „Einen Verein wie Hoffenheim als Werksklub zu bezeichnen, ist infam. Es kommt darauf an, gut zu arbeiten. Geld allein macht’s nicht. Du musst einen guten Job machen.“

Da musste auch Watzke gestehen, dass der bei Bayer erledigt wird. „Leverkusen hat sich inzwischen emotional mehr in der Liga etabliert als Wolfsburg.“