Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

Kommentar: Ein historisches Sportwochenende ohne Fußball

kerberem

Angelique Kerber und die Handball-Jungs sorgten für Schlagzeilen an diesem Wochenende.

Köln -

Dieses Wochenende wird die Sportfans wohl so schnell nicht loslassen. Es war an Höhepunkten kaum zu überbieten und ja, es ist ganz und gar nicht vermessen, von einem wahrlich historischen Wochenende zu sprechen.

König Fußball rückt in den Hintergrund

Und die wohl wichtigste Nachricht zuerst: Es sind nicht die Fußballer, die die Fans im ganzen Land verzückten. Viel eher waren es diejenigen, die sonst nicht immer im Fokus der Öffentlichkeit standen. Es sind diejenigen, die nur ab und an den Sprung aus der Fach-Nische schaffen.

Da ist zum einen Tennis-Spielerin Angelique Kerber, die in einer atemberaubenden Art und Weise die Australian Open gewann. Gegen die Weltranglistenerste Serena Williams! Unfassbar Teil I!

Wie bei Steffi Graf

Zum ersten Mal seit 1999 ist Deutschland wieder die Heimat einer Grand-Slam-Siegerin. Zum ersten Mal seit Steffi Graf sorgt ein deutscher Name in der Frauen-Tennis-Welt für Furore.

Handball-Cracks liefern den krönenden Abschluss

Und als ob dies nicht schon genug Grund zur Freude wäre, waren da auch noch die Handballer. Zum krönenden Abschluss lieferten dann noch die DHB-Cracks ein Final-Spektakel gegen Spanien ab und krönten sich völlig zu Recht mit dem EM-Titel. Deutschland – ein Sportland.

Endlich rücken die kleineren Sportarten mal wieder in den Fokus, obwohl die Olympischen Spiele in Rio erst noch kommen. Ein gutes Zeichen, denn an diesem Wochenende hockten wieder Millionen vor den TV-Geräten.

Die Tagesschau macht es vor

Ein Indiz, wie wichtig dieses Wochenende war, zeigt ein Blick auf die Tagesschau. Die altehrwürdige Nachrichtensendung in der ARD ließ es sich nicht nehmen, am Samstag die Hauptausgabe um 20 Uhr mit dem Tennis-Triumph von Kerber zu eröffnen. Und das in Zeiten der Flüchtlingskrisen und Koalitionsstreitereien.

Und auch am Tag danach eröffnete die Tagesschau die 20-Uhr-Ausgabe mit den Handballern - trotz Flüchtlingskrisen und Koalitionsstreitereien.

Ja, dieses Wochenende hatte es in sich und hat auf sehr eindrückliche Art und Weise gezeigt, dass nicht nur 22 Männer, die jedes Wochenende dem Ball hinterher jagen, das Land faszinieren können.

Deutschland – ein Sportland!

Es wäre schön, wenn Deutschland von diesem Wochenende zehrt, die Kinder wieder in Scharen zu Tennis- und Handballvereinen rennen und sich die Leute in eine paar Jahren fragen: Wo warst du, als Angelique Kerber den Grand-Slam holte und wo warst du, als die Handballer Europameister wurden. So wie damals 1985 als Boris Becker im Alter von 17 Jahren den Titel in Wimbledon gewann.

Um es mit DDR-Kult-Sportreporter Heinz-Florian Oertel zu schließen: „Liebe junge Väter oder angehende, haben Sie Mut! Nennen Sie Ihre Neuankömmlinge des heutigen Tages ruhig Angelique und Andreas (Wolff).“