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Segen und Fluch des Turbo-Einstiegs: Was aus den jüngsten Bundesliga-Debütanten wurde

Sie starteten schon früh durch: Christian Wörns, Ibrahim Tanko und Nuri Sahin.

Sie starteten schon früh durch: Christian Wörns, Ibrahim Tanko und Nuri Sahin.

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Max Meyer (17) ist momentan im Vollstress. Der Schalker A-Junior gab in Mainz am Samstag sein Bundesliga-Debüt, fügte sich gleich mit einem Assist ein. Schon am Dienstag geht’s zum Champions-League-Duell nach Istanbul.

Meyer steht damit auf Rang neun in der Rangliste der jüngsten Bundesliga-Debütanten (17 Jahre, 4 Monate, 29 Tage).

Mentale Vorbereitung auf den großen Moment? Fast unmöglich, sagt Ex-Profi Christian Wörns: „Irgendwann schlägt deine große Stunde einfach. In den jungen Jahren aber ist man nicht so gefestigt.“

Der heutige Jugendtrainer mahnt „Demut und Bescheidenheit“ an: „Ich sag’ den Jungs immer: Euer Status ist so schnell weg, so schnell könnt ihr gar nicht gucken.“ Und diese bitterböse Erfahrung haben einige (Ex)-Jungstars schon machen müssen.

Was aus den Jungstars wurde, lesen Sie auf den nächsten Seiten. Zuerst die Jüngsten: Nuri Sahin und Jürgen Friedl.

Nuri Sahins Debüt: 16 Jahre, 11 Monate, 1 Tag

Der türkische Nationalspieler (23) gehörte schon als B-Jugendlicher zum festen Profi-Inventar bei Borussia Dortmund. Ein Leihgeschäft nach Holland (Feyenoord Rotterdam) gab ihm 2007 einen wichtigen Schliff, anschließend blühte er unter Jürgen Klopp auf, wurde Deutscher Meister.

Dann folge die große (Fehl-)Entscheidung, der Wechsel zu Real Madrid, den Sahin beinahe unter Tränen bekanntgab. Aus dem „großen Traum“ wurde ein Alptraum, der Mittelfeld-Strippenzieher kehrte nach eineinhalb Jahren in diesem Winter leihweise nach Westfalen zurück.

Kaum zu glauben, dass Sahin schon fast sieben Jahre im Geschäft ist – und wohl doch noch eine lange Karriere vor sich hat.

Jürgen Friedls Debüt: 17 Jahre, 28 Tage

Von 1976 bis 2005 hielt der Frankfurter Torwart (53) die ultimative Bestmarke - bis Nuri Sahin die Bildfläche betrat.

Friedls Schicksal war allerdings das eines Reservekeepers - auch, weil er mit 1,75 m Körpergröße, im wahrsten Wortsinn, „zu große“ Konkurrenz hatte.

Seine Bilanz kann sich trotzdem sehen lassen: Wenn Friedl im Tor stand, hat die Eintracht immer gewonnen. Der Haken: Das war nur dreimal der Fall...

Was aus Ibrahim Tanko wurde und wie sich Julian Draxler auf Schalke schlägt, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Ibrahim Tankos Debüt: 17 Jahre, 1 Monat, 27 Tage

Der endgültige Durchbruch gelang dem Ghanaer Tanko (35) nie - er beendete seine Karriere, die schon 2000 einen großen Knick bekam.

Damals wurde er mit einem Joint erwischt - das reichte Borussia Dortmund als Kündigungsgrund.

Nach viermonatiger Sperre ging es nach Freiburg, als Co-Trainer von Volker Finke verschlug es Tanko gar bis in die japanische J-League. Zuletzt war er Co-Trainer beim 1. FC Köln.

Julian Draxlers Debüt: 17 Jahre, 3 Monate, 25 Tage

Tor beim Bubi-Debüt: Im Januar 2011 schoss Draxler (19) die Nürnberger im DFB-Pokal-Viertelfinale in der 117. Minute ab.

Seit diesem Last-Minute-Treffer hat „Jul“, der mit Bruder Patrick in einer Männer-WG wohnt, 23 internationale Spiele auf dem Konto, sein A-Nationalelf-Debüt gegeben, ist in der Bundesliga gesetzt (64 Spiele).

„Hätte mir das jemand vor zwei Jahren gesagt, hätte ich geantwortet: »Träum mal weiter!«“

Christian Wörns und Christian Wück – alles zu ihren Karrieren auf der nächsten Seite.

Christian Wörns’ Debüt: 17 Jahre, 3 Monate, 29 Tage

623 Spiele als Profi sind eine ordentliche Duftmarke für „Wörnser“ (40). Der Verteidiger und 66-fache Nationalspieler glaubt, dass es auch ohne den frühen Einstieg bei Waldhof Mannheim „mit der Karriere geklappt hätte“.

Abgehoben hat der jetzige U-15-Coach des VfL Bochum nie, das liege aber je nach Spieler ohnehin „an Umfeld und Charakter“. Seit seinem Karriereende 2008 arbeitet Wörns kontinuierlich an seiner Trainerausbildung.

Christian Wücks Debüt: 17 Jahre, 4 Monate, 11 Tage

Jung-Talente, aufgepasst: Wück (39) gibt auf seiner Internetseite eine Anleitung: „Wie werde ich Fußballprofi?“ Sein Debüt gab er 1990 in Nürnberg, und hielt sich, obwohl der Meniskus früh streikte, zehn Jahre lang im Profifußball (Karlsruhe, Wolfsburg, Bielefeld).

Nach Trainerstationen in Bielefeld, Kiel und Ahlen betreut Wück nun die U-16-Nationalmannschaft, verdient sein Geld weiterhin mit der „schönsten Nebensache der Welt“.

Lennart Hartmann, Marc-André Kruska und die besondere Geschichte von Dirk Drescher – auf der nächsten Seite.#

Lennart Hartmanns Debüt:17 Jahre, 4 Monate, 14 Tage

Er (21) galt 2008 unter Lucien Favre als das Mittelfeldtalent der Hertha-Akademie, kam aber letztlich nicht über drei Bundesliga-Einsätze hinaus.

2011: Die Ausbootung, es ging zu Alemannia Aachen (null Einsätze!). Inzwischen ist Hartmann bei Babelsberg - und nimmt seine neue Rolle in der Filmstadt offensichtlich gut an.

21 Einsätze in Liga drei sind zwar eine gute Quote, aber natürlich kein Vergleich zu Erst- oder Zweitligaglanz.

Marc-André Kruskas Debüt: 17 Jahre, 4 Monate, 15 Tage

Wie auch Sahin erhielt Kruska (25) in Dortmund unter Bert van Marwijk seine frühe Chance. Na ja - eine ganz große Nummer ist der Mittelfeldmann nach vier guten BVB-Jahren (u.a. mit Teilnahme am Pokalfinale 2008) nicht mehr geworden, aber immerhin.

Das „Pottkind“ aus Castrop-Rauxel hat nach einem kurzen Intermezzo in Brügge beim Zweitligisten Energie Cottbus Fuß gefasst, ist dort seit drei Jahren Stammspieler.

Dirk Dreschers Debüt: 17 Jahre, 5 Monate, 12 Tage

Im Musik-Geschäft würde man ihn (44) wohl als „One-Hit-Wonder“ bezeichnen. Der Torwart machte ein einziges Spiel im Oberhaus, als 17-Jähriger für den Ruhrpott-Club VfL Bochum.

Etwas später bremste ihn eine schwere Verletzung – Nierenriss! Der Tiefpunkt, nach dem der Drescher fußballerisch nicht mehr auf die Beine kam: „Kein Weltuntergang“. Heute ist der „Quickie-Keeper“ Torwarttrainer beim Siebtligisten SF Oestrich.

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