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Schönheits-OP nach Olympia: Drei Jahre nach Horror-Unfall: Kristina Vogel sprintet zu Gold!

Sie können ihr Glück kaum fassen: Miriam Welte (l.) und Kristina Vogel bei der Siegerehrung.

Sie können ihr Glück kaum fassen: Miriam Welte (l.) und Kristina Vogel bei der Siegerehrung.

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Getty Images

London -

Sie hätte tot sein können. Jetzt hat sie Olympia-Gold. Vor drei Jahren flog Kristina Vogel im Training vom Rennrad durch die Heckscheibe eines Transporters, der ihr die Vorfahrt genommen hatte, erlitt schwere Brüche, lag zwei Tage im Koma.

Jetzt rast sie mit Partnerin Miriam Welte zu Gold im Teamsprint auf der Bahn. Wahnsinn - nicht nur die Vorgeschichte, sondern auch das Rennen.

Gleich zweimal profitieren Deutschlands schnellste Polizistinnen von Wechselfehlern der Konkurrenz. Zunächst qualifizieren sie sich mit der drittbesten Zeit „nur“ für den Bronzelauf, doch dann kassiert Gastgeber Großbritannien ein „Wechselknöllchen“, wird zurückgestuft.

Welte/Vogel rücken in den Goldlauf nach, wo sie den Chinesinnen Gong Kinjie/Guo Shuang um 0,179 Sekunden unterliegen.

Silber - denken alle. Welte und Vogel fahren eine Ehrenrunde, jubeln mit ihren Familien über Platz zwei. Zurück im Innenraum beugt sich eine BBC-Reporterin übers Absperrband und sagt den beiden, dass auch China ein „Knöllchen“ kassiert.

„Ich dachte: Geil, Silber“, strahlt Vogel später: „Und dann sind meine Augen plötzlich ganz groß geworden. Der Olympiasieg ist für die Ewigkeit. Der Olympiagott war heute mit uns.“

„Ein Traum wird wahr“, sagt Welte. „Zwei Disqualifikationen, das ist schon komisch gewesen. Aber dafür gibt es die Wechselzone - wir haben korrekt gewechselt, deshalb ist der Sieg wahrscheinlich verdient. Aber für die, die es betrifft, ist es natürlich bitter.“

In der TV-Zeitlupe ist es nicht zu erkennen, doch das Kampfgericht entscheidet im Zielfoto-Verfahren, dass die Chinesinnen erst nach dem Strich die Führung übergeben haben.

„Wenn du mit 60 km/h aus der Kurve kommst, gibt’s da diesen klitzekleinen Strich, den du sehen musst“, erklärt Vogel, „da können Zentimeter entscheiden.“

Nach Olympia will die schnelle Kristina übrigens zum Schönheitschirurgen, weil sie sich an einigen Narben vom Verkehrsunfall stört.

Wir finden: Gar nicht nötig. Doch die beiden Polizistinnen sind nicht nur schnell, sondern auch äußerst modebewusst - ohne rasierte Beine, schwarz-rot-gold lackierte Gel-Fingernägel und geschminkte Augen rollt unsere Gold-Polizei nie los.