Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

Schiedsrichter-Skandal: Amerell holt sich den Kachelmann-Anwalt!

Ex-Schiri-Obmann Manfred Amerell.

Ex-Schiri-Obmann Manfred Amerell.

Foto:

dpa

Köln -

Manfred Amerell lässt nicht locker. Der ehemalige DFB-Schiri-Obmann, der die Steuerbombe deutscher Schiedsrichter ins Rollen brachte, geht in die Offensive. Der 64-Jährige will Staranwalt Ralf Höcker (40) engagieren.

Der Kölner Jurist, Professor der „Cologne Business-School“, vertrat den Wettermann Jörg Kachelmann in dessen spektakulärem Vergewaltigungsprozess. Weitere prominente Mandanten Höckers sind das deutsche Supermodell Heidi Klum und der Weltfußballer Lionel Messi.

Höcker soll gegen die Veröffentlichung eines Fotos vorgehen. Amerell saß am Steuer seines Autos und lauerte vor dem Haus von Michael Kempter in Sauldorf. Die Steuerfahnder brachen die geplante Durchsuchung daraufhin ab.

Anschließend erklärte Kempters Anwalt Christoph Schickhardt, dass sein Mandant sich von Amerell „bedroht“ fühle. Amerell konterte, der DFB habe Schickhardt bezahlt.

Präsident Dr. Theo Zwanziger widersprach und sagte am Sonntag: „Die Behauptung, dass wir die Anwaltskosten von Herrn Kempter bezahlen, ist komplett absurd.“ Zwanziger betonte, dass man sich jetzt zur Wehr setzen müsse, „sonst werden in der Öffentlichkeit immer wieder unwahre Behauptungen lanciert“.

Während die schmutzige Schlacht zwischen Amerell, Kempter und dem DFB weiter an Fahrt aufnimmt, kommen gleichzeitig neue Details der Steuerrazzia ans Licht.

So soll die FIFA Honorare für deutsche Schiris (pro Spiel rund 6500 €) auf Konten in Liechtenstein oder der Schweiz geparkt haben. Die Einnahmen sollen anschließend von den verdächtigten Schiedsrichtern nicht ordnungsgemäß in Deutschland versteuert worden sein. Dabei, so Fahnder, handele es sich um sechsstellige Beträge.

Der DFB, gegen den es nach derzeitigem Ermittlungsstand keinerlei Vorwürfe gibt, reagiert mittlerweile schwer besorgt und hat Kontakt zum Fußball-Weltverband aufgenommen. Denn sollten deutsche Referees tatsächlich jahrelang bewusst Einnahmen am deutschen Fiskus vorbeigeschleust haben, wäre der Skandal perfekt und das Image kaputt.

Die FIFA zeigt sich unterdessen zugeknöpft. „Scheinbar“, sagte ein Fahnder zum Spiegel, „ist die FIFA an einer ordentlichen Abwicklung nicht interessiert.“