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Schalke-Boss im Interview: Tönnies: „Mit Wladimir Putin kann man Spaß haben“

Kölsche Schlachtplatte für den Fleisch-König. Clemens Tönnies greift zu. Dem Schalke-Boss schmecken die rheinischen Leckereien.

Kölsche Schlachtplatte für den Fleisch-König. Clemens Tönnies greift zu. Dem Schalke-Boss schmecken die rheinischen Leckereien.

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Eduard Bopp

Rheda-Wiedenbrück -

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Fleisch-König. Kotelett-Kaiser. Schalke-Boss. Gestatten: Clemens Tönnies! Sein Wort hat Gewicht. Im Geschäft, im Fußball. Und der 55-Jährige bringt alles auf den Tisch. Das Interview.

Haben Sie Russlands Präsidenten Wladimir Putin zum Wahlsieg gratuliert?

Natürlich.

Haben Sie ihn angerufen?

Nein, ich habe ihm einen Brief geschrieben. Wir werden uns bald auch wieder treffen.

Es heißt, bei Ihren Begegnungen mit Putin hätten Sie zwei Sporttaschen mit Tönnies-Fleisch dabeigehabt...

Sie sind gut informiert. Wladimir Putin isst sehr gerne deutsches Schweinefleisch.

Leckeres Schnitzel?

Nein. Eisbein, Haxen, groß geschnitten. Die kocht er übrigens selbst, mit großer Hingabe. Er ist ein sehr guter Koch.

Sie gehen also die Treppen des Kreml hoch, haben Schweinefleisch in Taschen und übergeben Sie einem der mächtigsten Männer der Welt?

Ja klar, warum denn nicht? Ich habe ja nicht nur das Fleisch dabei, er bekommt bei jedem Besuch von mir das aktuelle Schalke-Trikot.

Was halten denn Putins Sicherheitsbeamte davon?

Das letzte Mal haben die mir das Fleisch zunächst in Verwahrung genommen. Als ich vor Putin stand, sagte er: Wo ist mein Eisbein? Sie können sich vorstellen, dass es keine Minute dauerte, bis es da war.

Putin gilt als Machtmensch, der Wahlen manipuliert haben soll. Was für ein Mensch ist er tatsächlich?

Deutschland und Russland sind Demokratien, die man verstehen muss und noch nicht miteinander vergleichen kann. Die russischen Bürger wurden erst vor 20 Jahren aus einem totalitären Staat entlassen. Es gibt dort über 180 ethnische Gruppen, zehn Zeitzonen mit allen Problemen, die dazugehören.

Wladimir Putin hat dieses Riesenreich unter einen Hut zu bringen. Das ist eine Mammutaufgabe. Was er in den letzten 12 Jahren daraus gemacht hat, das ist aller Ehren wert. Alle Kritik in Sachen Menschenrechte muss man natürlich beachten. Ich aber habe den Eindruck, dass sich in Russland unter Putin vieles positiv entwickelt hat.

Sagen Sie das, weil Sie mit Putin befreundet sind?

Nein. Ich bin seit 20 Jahren in Russland unterwegs, ich weiß, wie es den Menschen unter Boris Jelzin ging. Im Vergleich zu damals geht es vorwärts.

Putin schaut so ernst. Geht er zum Lachen in den Kreml-Keller?

Im Gegenteil. Mit ihm kann man Spaß haben. Er hat einen trockenen Humor. Und ich kann Ihnen versichern: Er lacht sogar.

Muss man Machtmensch sein, um erfolgreich zu sein?

Um erfolgreich zu sein, braucht man Sozialkompetenz. Man muss seine Leute mitnehmen, motivieren. Außerdem muss man verlässlich sein. Dann ist man im Sport oder in einem Unternehmen erfolgreich.

Sind Sie ein Machtmensch?

Die Dinge, die ich Ihnen gerade skizziert habe, treffen auf mich zu. Wenn das Eigenschaften eines Machtmenschen sind, dann bin ich einer. Viel wichtiger ist aber, dass man seinen Erfolg teilt. Der Erfolg meines Unternehmens gehört nicht mir, er gehört allen, die den Erfolg ermöglicht haben. Das gilt übrigens auch für Schalke 04.