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Express.de | Obergföll und Stahl: Silber und Bronze für unsere Speer-Girls
09. August 2012
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Obergföll und Stahl: Silber und Bronze für unsere Speer-Girls

Christina Obergföll (links, Silber) und Linda Stahl (Bronze) warfen sich aufs Treppchen.

Christina Obergföll (links, Silber) und Linda Stahl (Bronze) warfen sich aufs Treppchen.

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dpa

London -

Für Gold warfen sie zu kurz, aber zu Silber und Bronze reichte es für die deutschen Speerwerferinnen.

In einem Wettkampf auf mäßigem Niveau nutzten Christina Obergföll als Zweite und Linda Stahl als Dritte die Gunst der Stunde und sorgten hinter Barbara Spotakova aus Tschechien, Olympiasiegerin 2008 und Weltmeisterin 2011, für strahlende Gesichter in der deutschen Mannschaft.

Spotakova war die einzige der Favoritinnen, die die Erwartungen erfüllte. Die Siegweite und persönliche Saisonbestleitung von 69,55 m warf sie im vierten Versuch. Obergföll blieb mit 65,16 knapp zwei Meter hinter ihrer größten Weite in diesem Jahr zurück, dagegen warf Ex-Europameisterin Stahl mit 64,91 so weit wie nie in dieser Saison. Katharina Molitor belegte mit 62,89 Rang sechs.

Obergföll gewann vier Jahre nach dem Bronze von Peking eine zweite Olympiamedaille, dennoch bleibt sie „die große Unvollendete“ des Speerwurfs. Gold, das diesmal niemand von ihr erwartete, hat die 31-Jährige als Mitfavoritin in keinem ihrer neun Finals bei WM, EM oder Olympia gewonnen.

Viermal war sie Zweite bei einer WM oder EM geworden. In Peking, als sie die einzige Medaille für Deutschlands damals historisch schlechte Leichtathleten gewann, hatte Obergföll Bronze erst als Misserfolg angesehen.

„Ich war traurig, dass es wieder kein Gold war, am Ende konnte ich mich dann doch noch freuen“, sagte sie. Mehr als Bronze hatte Obergföll für London nicht erwartet: „Ich bin sicher, dass man für Silber 70 Meter werfen muss. Ob ich das drin habe, kann ich jetzt nicht sagen. Aber 68 Meter sind mein Ziel.“

Weil die Konkurrenz schwächelte, reichte eine weit geringere Leistung. Große Meisterschaften waren für die Freundin von Speerwurf-Bundestrainer Boris Henry, Coach von Weltmeister Matthias de Zordo (Saarbrücken) und selbst zweimal WM-Dritter in dieser Disziplin, bisher immer Nervenschlachten. Fast nie hat sie das Optimum erreicht. Weder bei ihren vier Silbermedaillen bei WM (2005 und 2007) und EM (2010 und 2012), schon gar nicht bei den drei medaillenlosen Fehlschlägen der WM 2009 in Berlin (Fünfte beim Sieg von Steffi Nerius) noch 2011 (Vierte).

Weinend hatte Obergföll vor einem Jahr bei der WM in Daegu den Rang hinter den Medaillen zur Kennnis genommen und sich geschworen, endlich einmal was für die Stärkung der Psyche zu tun. „Ich habe zuletzt verstärkt mit dem Heidelberger Psychologen Hans Eberspächer zusammengearbeitet. Ich weiß jetzt mit einigen Dingen anders umzugehen. Aber eine Erfolgsgarantie ist das alles nicht.“