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Nächster Skandal Missbrauchte Olympia-Trainer deutsche Schwimmerin?

Erst Flaute bei den Medaillen, jetzt ein Skandal.

Erst Flaute bei den Medaillen, jetzt ein Skandal.

Foto:

dapd Lizenz

Kiel -

Erst die Affäre um Ruderin Nadja Drygalla, jetzt der nächste Skandal im deutschen Olympia-Team. Einer der Schwimm-Trainer muss sich am Dienstag vor dem Kieler Amtsgericht verantworten – wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen.

Der 40-Jährige soll sich laut Anklage von 2004 bis 2006 in 18 Fällen an einer damals minderjährigen Schwimmerin vergangen haben. Oberstaatsanwalt Axel Bieler bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Beim Deutschen Schwimm-Verband (DSV) gibt man sich überrascht. „Es ist uns völlig neu“, sagte DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff in London. „Der Verein hat sich nicht gemeldet, der Landesverband hat sich nicht gemeldet. Wir haben überhaupt keine Informationen bekommen, obwohl die Sache schon länger hätte bekannt sein müssen. Das wundert mich.“

Der Beschuldigte gehörte in London zum Trainerstab der Beckenschwimmer. Er war früher als Übungsleiter in Kiel tätig. Im August 2004 soll es bei einem Trainingslager auf Kreta zu einem ersten Übergriff auf die junge Schwimmerin gekommen sein.

Die Staatsanwaltschaft Kiel ist überzeugt, dass der sexuelle Kontakt zwar einvernehmlich stattfand, aber unter Ausnutzung des Betreuungsverhältnisses als Trainer. Die junge Frau wird im Prozess als Nebenklägerin auftreten.

Der Verteidiger des 40-Jährigen, Kai Dupre, wies die Vorwürfe zurück. Nach dessen Darstellung war die Schwimmerin beim ersten sexuellen Kontakt bereits 16 Jahre alt. Im Prozess müsse geklärt werden, ob tatsächlich ein Betreuungsverhältnis bestanden habe. „Dies ist rechtlich nicht so eindeutig“, so der Anwalt. Geklärt werden müsse auch, warum erst 2009 eine Strafanzeige erstattet wurde.