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Nach Crash im DFB-Camp: Unfall-Opfer Michael K.: „Ich hätte tot sein können“

Der Streckenposten Michael K., der angefahren wurde, Dienstagabend im Krankenbett.

Der Streckenposten Michael K., der angefahren wurde, Dienstagabend im Krankenbett.

Foto:

Frederik Ahrens

Meran -

Das Krankenhaus in Meran. Die Urologie. Hier liegt Michael K. aus dem kleinen Dorf Walten. In der Orthopädie war kein Zimmer mehr frei. K. war der Streckenposten beim Horror-Crash im Passeiertal. Wir sprachen exklusiv mit ihm über den Unfall.

Wie geht es Ihnen?
Michael K.: Es geht. Ich habe viele Schmerzmedikamente bekommen.

Welche Verletzungen haben Sie erlitten?
Die Diagnose bekomme ich erst morgen. Das Problem ist vor allem der Rücken. Es könnte etwas an der Wirbelsäule sein. Meine Beine haben auch was abbekommen. Ich hoffe, dass nichts gebrochen ist. Und ein paar Wunden habe ich. Ich bin ja mit den Ellbogen durch die Windschutzscheibe geflogen.

Sind Sie wütend?
Naja, wütend nicht so richtig. Ich mache mir auch Vorwürfe.

Warum?
Vielleicht hätte ich den anderen Mann retten können, aber ich habe ihn nicht mehr zu packen bekommen.

Er war über die Absperrung gegangen?
Ja. Er stand nicht auf der Straße. Aber dicht dran. Die Absperrung war ja ein paar Meter weg.

Warum stand er so dicht dran?
Er wollte ein Foto machen und wohl auch ein Autogramm haben.

Wie haben Sie reagiert?
Ich habe erst laut geschrien. Dann bin ich hinterher. Ich wollte ihn zurückziehen, habe es nicht mehr geschafft. Aber wenn es zwei Augenblicke länger gedauert hätte, hätte er mich auch voll getroffen. Ich hätte tot sein können.

Wie viele Leute standen denn dort? Die Strecke war ja eigentlich geheim gehalten worden.
Ja, aber das haben ja viele herausbekommen. So 20 Menschen, vielleicht waren es auch 15 oder 23. Die standen am Parkplatz des Hauses, auf der anderen Seite. Das war ein Riesen-Glück, dass da nicht mehr passiert ist.

Haben die Fahrer richtig reagiert?
Das kann ich nicht sagen. Vielleicht hätten sie da nicht ganz so schnell sein müssen, nicht ganz so viel Theater machen sollen. Aber ich weiß es nicht.

War schon jemand vom DFB oder von Mercedes bei Ihnen?
Ja. Der Fahrer war hier.

Pascal Wehrlein?
Ja, genau. Oliver Bierhoff hat ihn wohl hergebracht.

Was hat er gesagt?
Er hat sich entschuldigt. Er war völlig geschockt, total fertig. Er konnte fast gar nicht reden.

Machen Sie ihm Vorwürfe?
Nein. So etwas wollte doch niemand. Und es ist sehr schwer auf dieser Strecke zu fahren. Die Straße war nass. Außerdem gibt’s da viele Wellen.

War es unverantwortlich?
Das weiß ich nicht.

Wie geht es für Sie weiter?
Zwei oder drei Wochen muss ich hier bleiben. Das ist eine kleine Katastrophe. Wer soll denn meinen Hof führen?

Sie sind hauptberuflich Bauer?
Ja. Jetzt sind meine Frau und meine Tochter allein dort. Und meine Tochter ist schwer krank. Sie ist 25 Jahre alt und sie hatte schon fünf Herz-Operationen. Ich weiß auch nicht, wie es jetzt weitergeht. Das ist doch mein Lebensunterhalt. Das ist eine Katastrophe.