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Mountainbikerin holt Silber: Sabine Spitz: Mit 40 auf das Podium

Juhuu, ich habe Silber: Sabine Spitz zeigt ihre Medaille nach dem dramatischen Mountainbike-Rennen.

Juhuu, ich habe Silber: Sabine Spitz zeigt ihre Medaille nach dem dramatischen Mountainbike-Rennen.

Foto:

dapd

London -

Glücklich klatschte Sabine Spitz in die Hände, mit einem Strahlen im Gesicht fuhr sie ins Ziel.

Die Mountainbikerin hat bei ihrem wohl letzten olympischen Cross-Country-Rennen Silber gewonnen und damit ihren Medaillensatz komplettiert - nach Bronze in Athen und Gold in Peking.

„Ich habe meine Kollektion zusammen. Es ist ein geniales Gefühl, ich habe gezeigt, dass man mit 40 noch etwas taugen kann. Wenn der Wille da ist, spielt das Alter keine Rolle“, sagte Spitz und stieß bei der Medaillenübergabe ein lautes „Jaaaa“ in den Himmel.

Einzig die Französin Julie Bresset, die zum Olympiasieg fuhr, war für die Schwarzwälderin aus Murg-Niederdorf unerreichbar. Nach einem Sturz fehlten Spitz im Ziel 62 Sekunden auf Bresset. Dabei hatte es sogar lange so ausgesehen, als könne Spitz über sechs Runden und 29,26 km sogar um Gold mitkämpfen. Die Weltmeisterin von 2003 hatte sich mit einem geschickten Start im Vorderfeld positioniert und bestimmte von Beginn an das Renngeschehen mit.

Doch nach ihrem Sturz in einer der steinigen Sektionen des technisch kniffligen Kurses riss der Kontakt zur 23-jährigen Bresset eingangs der vierten Runde ab. „Gott sei Dank ist nichts passiert, es hätte schlimmer ausgehen können“, erzählte die 40-Jährige nachher.

„Du bist so voll mit Adrenalin, da machst du einfach weiter. Nur die Beine waren zunächst nicht ganz locker, ich bin eine halbe Runde aus dem Rhythmus gekommen. Ob ohne den Sturz mehr hätte rausspringen können, ist Spekulation.“

Von ihrem Sturz, bei dem sie sich nur das Knie ein wenig aufgeschlagen hatte, ließ sich die 40-Jährige jedenfalls nicht entmutigen. Bresset war weg, aber Spitz hielt Georgia Gould auf Distanz – die Amerikanerin wurde Dritte.

Wie vor vier Jahren in Peking wollte Spitz auf der Hadleigh Farm in Essex mit „Coolness“ und „taktischem Wissen“ ihre Chance suchen. Vor schwierigen und engen Passagen wählte sie daher immer wieder geschickt den Weg ganz nach vorne, um von den Gegnerinnen nicht behindert zu werden.

Dabei war die Aufgabe deutlich komplizierter: Es kamen wesentlich mehr Fahrerinnen für die Podestplätze infrage, außerdem machte es die sehr offen angelegte Strecke fast unmöglich, aus dem Sichtfeld der Konkurrenz zu fahren. Aber Spitz war auf den Punkt fit.

„Ich bin sicher jemand, der sich extrem fokussiert auf Großevents vorbereitet. Das Mountainbike ist meine Passion. Dann war der Start heute perfekt. Und bis auf die eine Passage, wo ich ein wenig ins Straucheln gekommen und über den Lenker abgehoben bin, lief es optimal.“ Vielleicht lag es auch an ihrem Glücksbringer, denn auch bei Olympia war „Quack“, ihre gelbe Plastikente, die bei keinem wichtigen Rennen fehlen darf, dabei.

Ob die einzige Mountainbikerin mit drei olympischen Medaillen doch noch bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro noch einmal fahren wird, ist noch unklar: „Unsere Planung ging eigentlich nur bis zum 11. August. Wer weiß. Jetzt werden wir erst mal die Tage genießen und entsprechend feiern. Vielleicht als Trainerin oder Funktionärin. Ich glaube, es lässt sich ganz gut baden an der Copacabana.“