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Maurice Weber: Jetzt langt Sturms Gürtelträger zu

Echte Fründe: Felix Sturm mit Halbmittelgewichtsmeister Maurice Weber

Echte Fründe: Felix Sturm mit Halbmittelgewichtsmeister Maurice Weber

Foto:

M. Müller

Köln -

Er ist der Mann, an dem selbst Poldi (noch) nicht vorbeikommt: Hat Weltmeister Felix Sturm auch schon angedeutet, dass das Kölner Fußball-Idol, sein Spezi, ihm bei Titelverteidigungen den WBA-Gürtel in den Ring tragen könnte, so hat bisher immer noch ein anderer diese Aufgabe übernommen: Maurice Weber.

Nun hat „Mo“, Sturm-Kumpel schon aus gemeinsamen Leverkusener Jugendtagen, noch einen anderen „Job“ beim Champ: Nach drei Jahren Box-Pause unterschrieb der 30-Jährige einen Vertrag bei der Sturm-Boxpromotion, am 2. Dezember tritt er in Mannheim im Rahmenprogramm an, wenn der Chef seinen Titel gegen den Engländer Martin Murray verteidigt.

„Ich soll 2012 dann fünfmal boxen“, sagt Weber, der beim Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) immer noch als Deutscher Meister im Halbmittelgewicht geführt wird.

Dabei hatte er mit dem Boxen schon abgeschlossen. Bei seinem letzten Kampf, einer umstrittenen Niederlage gegen den Franzosen Frederic Serre, zog er sich eine Handverletzung zu, laut ärztlicher Diagnose war’s mit dem Boxen vorbei. „Für mich brach eine Welt zusammen“, sagt Weber, mit einer OP habe es „erst im dritten Anlauf geklappt“, wie schlimm es war, wussten nur „die Familie und enge Freunde“. 2010 dann begann der Fachabiturient – als einziger männlicher Muslim – am evangelischen Berufskolleg Michaelshoven eine Ausbildung zum Erzieher. Sein Ziel: „Präventiv mit gefährdeten Jugendlichen arbeiten, viele Migranten sind betroffen – da könnte ich als Vorbild agieren.“

Weber hat tunesische Wurzeln, wurde 2003 eingebürgert, im „echten“ Leben heißt er Mohammed Lassoued. „Das bedeutet »schwarzer Riese« – passt ja perfekt zu meinen 1,78 Metern“, sagt er lachend.

Jetzt aber hat er die Ausbildung unterbrochen, weil die Ärzte wieder grünes Licht gegeben haben und „weil Boxen Teil meines Lebens ist“. Der holländische „Wunderheiler“ Hub Westhoven, der als Chiropraktiker auch Bayern-Profi Arjen Robben betreut, habe ihm „sehr geholfen“, auch finanziell lohne sich sein Comeback: „Die Sturm-Boxpromotion lässt mich nicht am Hungerseil hängen, ich muss nicht nebenbei kellnern gehen.“

Wenn alles läuft, wie er sich das vorstellt, „kann ich noch bis 36, 37 boxen. Ich will in den elitären Bereich, ich will Weltmeister werden, ich will keinen Spökes, ich will nicht im Rahmenprogramm oder auf dem Hinterhof enden.“

Und wenn er es tatsächlich zum Champion gebracht hat, dann, so Weber feixend, „kann Felix bei meiner Titelverteidigung ja vielleicht meinen Gürtel tragen...“