Gelsenkirchen - Der Olympia-Zoff um Diego und Rafinha - vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS geht es jetzt in eine völlig neue Dimension. Sogar von illegalen Machenschaften ist die Rede. Was die Klubs so wütend macht, warum sie klagen - das erklärt Liga-Vize und Schalke-Geschäftsführer Peter Peters im EXPRESS.
Herr Peters, die Wellen im Olympia-Zoff schlagen täglich höher, der Tonfall verschärft sich. Was sind die Hintergründe?
Es ist ein Skandal, was hier auf dem Rücken der Vereine und Spieler ausgetragen wird. Und das werden wir so nicht hinnehmen. Nach unseren Informationen hat FIFA-Chef Sepp Blatter dem IOC-Präsidenten Jacques Rogge in die Hand versprochen, die Abstellungsfrage so zu regeln, dass die Spieler zu Olympia müssen.
Was nicht passierte.
Genau. Innerhalb der FIFA war immer klar, dass es nicht so geregelt wird, weil man keine Konkurrenz zur Weltmeisterschaft haben will. Deshalb wurden sämtliche Beschlüsse nie gefasst. Gleichzeitig wurde dem IOC aber signalisiert, dass alles läuft. Das ist fahrlässig, fast schon kriminell.
Das IOC informierte derweil seine Verbände, wie etwa Brasilien, dass die Spieler abgestellt werden müssen und alles mit der FIFA geklärt sei.
Das ist ein mieses Schurkenspiel. Wie das abgelaufen ist - da fällt mir nichts mehr zu ein. Und jetzt ist die FIFA zu feige, das Recht zu bestätigen, das sie selbst geschaffen und nicht verändert hat. Wir sehen nur eine Chance: Der internationale Sportgerichtshof muss das linke Spiel der FIFA aufdecken, das hier auf dem Rücken der Klubs und Spieler ausgetragen wurde. Das CAS muss klar aufzeigen, was die FIFA hier verbockt hat. Es geht darum, die Hauptschuldigen an diesem Skandal aufzudecken.
Für Schalke und Bremen könnte das zu spät sein - die Spieler sind schon in Peking.
Klar sind wir jetzt die Gelackmeierten. Aber ich lasse nicht zu, dass jetzt Spieler wie Rafinha zerfleischt werden. Hier wurde auf höchster Ebene ganz linke Politik betrieben - und dann extremer Druck auf die Spieler ausgeübt.
Bei einem so unglaublichen Geflecht muss man die Kirche in Sachen Rafinha im Dorf lassen. Er kann hier nicht der Schuldige sein. Wenn Rafinha doch noch zurückkommt, werden wir die Sache sauber mit ihm klären.
Blatter erklärte am Mittwoch, Schalke müsse Rafinha abstellen - und beruft sich auf den olympischen Geist.
Dann wäre der Herr Präsident Blatter gut beraten, den olympischen Geist in seinen Statuten zu verankern - oder zuzugeben, dass er immer noch keine Rechtssicherheit geschaffen hat.
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