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In der Tatnacht Zeuge: Heftiger Streit zwischen Pistorius und Steenkamp

Oscar Pistorius hatte vor den tödlichen Schüssen offenbar Streit mit Reeva Steenkamp.

Oscar Pistorius hatte vor den tödlichen Schüssen offenbar Streit mit Reeva Steenkamp.

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AP Lizenz

Pretoria -

War es ein unfassbar tragisches Versehen? Oder hat Oscar Pistorius seine Freundin absichtlich erschossen? Jetzt gibt es ein neues Detail: Der Paralympics-Star soll vor den Schüssen Streit mit Freundin Reeva Steenkamp gehabt haben. Außerdem wurde Testosteron bei ihm entdeckt.

Die Anhörung im Pistorius-Fall ging am Mittwoch vor dem Magistratsgericht in Pretoria in die zweite Runde. Zu Beginn berichtete der Staatsanwalt von einer Zeugenaussage, die den Sportler erneut belastet. Demnach habe es in der Nacht zu Donnerstag eine heftige Auseinandersetzung zwischen Pistorius und Steenkamp gegeben. In der gleichen Nacht starb die 29-jährige Steenkamp durch Kugeln aus Pistorius' Waffe.

Pistorius selbst hatte am Dienstag noch gesagt: „Wir hätten nicht glücklicher sein können.“ Er weist jede Tötungsabsicht von sich.

Ebenfalls kam heraus: Im Haus von Pistorius sind nach Angaben der Polizei das Dopingmittel Testosteron und Spritzen gefunden worden. Dies berichtete der leitende Ermittler Hilton Botha. Demnach hätten die Ermittlungsbehörden zwei Kartons mit Testosteronpräparaten und Spritzen im Haus des sechsmaligen Paralympics-Siegers sichergestellt. Der Verteidiger des Beschuldigten, Barry Roux, betonte, es handele sich dabei um pflanzliche Heilmittel und keine Steroide.

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon, gehört zur Gruppe der Anabolika und steht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Es wird unter anderem verwendet, um einen stärkeren Muskelaufbau und bessere sportliche Leistungen zu erzielen. Eine mögliche Nebenwirkung ist Aggressivität.

Die Anwälte des 26 Jahre alten Beschuldigten streben die Freilassung ihres Mandanten auf Kaution an. Allerdings hatte das Gericht am Dienstag bereits die Klage der Staatsanwaltschaft auf „vorsätzlichen Mord“ zugelassen. Bei dem Schweregrad eines solchen Falles wird in Südafrika selten jemand auf Kaution freigelassen. Der Richter muss jetzt entscheiden, ob Pistorius vorübegehend auf freien Fuß kommt.