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Gänsehaut pur!: Letzter Wunsch: Todkranker Fan auf Trage im Stadion

Der todkranke Feyenoord-Fan Rooie Marck (54) wird von seinen Emotionen überwältigt.

Der todkranke Feyenoord-Fan Rooie Marck (54) wird von seinen Emotionen überwältigt.

Rotterdam -

Viele verbinden Fußball-Ultras mit Gewalt und Randale. Der große Zusammenhalt einer ganzen Subkultur erschließt sich nur wenigen. In den Niederlanden ereignete nun eine ergreifende Geschichte, der die Freundschaft unter den Fans in ein ganz anderes Licht führt.

Das erste Saison-Training beim Niederländischen Erstliga-Club Feyenoord Rotterdam ist unter den Anhänger ein fester Termin. Jedes Jahr strömen tausende Fans ins Stadion, um ihrer Mannschaft einen gebührenden Empfang zu bereiten und sie heiß auf die neue Saison zu machen. Traditionsmäßig werden hunderte Bengalische Feuer und Rauchbomben abgebrannt, Banner aufgehängt und gefeiert. Eine Atmosphäre, die für einen Trainingsauftakt europaweit einzigartig ist.

Leben und Tod für den Verein

"Rooie Marck" ist 54 Jahre alt. Seit jeher ist er glühender Anhänger von Feyenoord Rotterdam. Die Spiele verfolgt er von seinem Stammplatz in Block Q. Als Mitglied der Rotterdamer Ultra-Szene gehört er zu den Hardcorefans des Vereins. Er hat sich komplett dem Verein verschrieben. Sein Herz schlägt Rot-Weiß-Schwarz.

Dann wird Marck krank. Schwer krank. Der Familienvater ist ans Bett gefesselt. Kann nicht mehr ins Stadion. Mitte Juni erklären ihm die Ärzte, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Sie geben ihn nur noch wenige Tage zu leben.

Marck hat noch einen sehnlichen Wunsch. Er möchte noch einmal seine Jungs von Feyenoord sehen. Seine Kumpel aus Block Q, die Spieler seines Vereins. Einmal noch ins "De Kuip".

Im Krankenbett ins Stadion

Seine Freunde tun alles, um Marck seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Mit Erfolg: Der Verein erlaubt ihnen, dass Marck das Training im Stadion vom Krankenbett aus angucken darf. Mit Blick auf "seinen" Block liegt er am Spielfeldrand. Eine Feyenoord-Fahne auf den Beinen liegend. Neben seinen besten Freunden sind auch seine Freundin Marion und sein Sohn Joey bei ihm.

Als die rund 6.000 Rotterdam-Fans das Stadion in Bengalo-Rotes Licht tauchen, hält es den geschwächten Marck nicht mehr im Krankenbett. Als die Spieler das Feld betreten, steht Marck neben seinem Bett um seinen Jungs zu applaudieren. Ab und zu müssen ihn seine Freunde stützen.

You'll never walk alone

Nach zwölf Minuten Folgt der Höhepunkt. In Block Q wird ein riesiges Transparent ausgerollt, auf dem Rooie Marck zu sehen ist. Das ganze Stadion stimmt den Gerry & the Pacemakers Klassiker "You'll never walk alone" an. Die Urmutter aller Fußball-Hymnen. Nie war eine Aussage so treffend, wie in diesem Moment.

Marck kann seine Emotionen nicht zurückhalten und bricht in Tränen aus. Und seine Freunde weinen mit ihm. Marck durchlebt wohl den glücklichsten und traurigsten Moment seines Lebens gleichzeitig.

Das Training der Mannschaft ist schon lange in den Hintergrund getreten. Alles dreht sich nur noch um den schwerkranken Marck.

Eine Verbeugung vor der Leidenschaft

Überwältigt von seinen Emotionen steht er auf. Er will zu seinen Jungs. Von seinem Sohn gestützt macht er sich zu Fuß auf den Weg zu Block Q. Auf dem Weg wird er von den Feyenoord-Spielern gefeiert. Keinen hält es mehr auf den Plätzen. Das ganze Stadion steht auf und jubelt Marck zu.

Als er vor Block Q ankommt, bedankt er sich bei seinen Freunden. Noch einmal singt er mit der Kurve. Dabei wischt er sich immer wieder Tränen aus den Augen und klopft sich mit der Faust auf das Herz.

Er verbeugt sich vor seiner Kurve - seinen Freunden. Er verbeugt sich vor Jahrzehnten voller Zusammenhalt, Freundschaft und gemeinsamer Leidenschaft.

Drei Tage später stirbt Marck.