Bookmarken | Empfehlen | Drucken | Kontakt20 | 11 | 2009

Wett-Skandal

Wirbel um Ex-Kölner Cichon

Der Ex-Kölner Thomas Cichon.
Der Ex-Kölner Thomas Cichon.
Foto: Getty

Die Fußball-Szene im Schock-Zustand. Am Freitagabend überschlugen sich die Ereignisse.

Mittendrin die Ex-Kölner Thomas Cichon (1995 bis 2004), Claus-Dieter „Pele“ Wollitz (1999 bis 2001) und der Ex-Leverkusener Thomas Reichenberger (1996 bis ’99), die in der vergangenen Saison beim VfL Osnabrück unter Vertrag standen (Wollitz als Trainer, die beiden anderen als Spieler).

Die Welt meldete am späten Abend, dass im Zuge der Manipulations-Ermittlungen Haftbefehle gegen Cichon (derzeit Moroka Swallows in Südafrika), Reichenberger (noch in Osnabrück) sowie Marcel Schuon (jetzt Sandhausen) erlassen worden seien. Die Spieler sollen angeblich bei Manipulationen geholfen haben. Ein Profi sei bereits inhaftiert, nach den übrigen zwei würde gefahndet.

Wollitz zeigte sich am Rande der Partie seines neuen Vereins Cottbus in Düsseldorf völlig bestürzt: „Ich möchte nicht, dass das wahr ist, denn sonst bricht alles für mich zusammen. Mit Cichon bin ich mit dem 1. FC Köln aufgestiegen, ich habe ihm immer sehr vertraut. Ich liebe den Fußball. Wenn ich jetzt so betrogen worden sein sollte, dann brauche ich Hilfe.“

EXPRESS erreichte den Berater von Reichenberger, Dieter Marquardt: „Haftbefehl ist Quatsch! Herr Reichenberger sitzt daheim und schaut die zweite Liga im Fernsehen.“

Wenige Minuten später korrigierte die Welt ihre Meldung, schrieb nun, dass die drei genannten Spieler nur verdächtigt seien, ein Haftbefehl habe nicht vorgelegen. Cichon gegenüber Welt: „Ich weiß nicht, dass gegen mich ermittelt wird. Wer mich kennt, der weiß, was los ist, damit habe ich nichts zu tun. Das ist reine Spekulation.“

Bei Schuon soll eine Hausdurchsuchung stattgefunden haben.

Osnabrück war aus der zweiten Liga abgestiegen. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat als Drahtzieher einen 34-Jährigen aus Lohne im Visier, der mit Hilfe der Profis zwei Spiele manipuliert haben soll. Bei den Partien soll es sich um die Auswärtsspiele beim FC Augsburg (0:3) am 17. April 2009 und beim 1. FC Nürnberg (0:2) am 13. Mai 2009 handeln.

„Wenn das stimmt, wäre das eine Katastrophe – das könnte ein Grund für den Abstieg gewesen sein“, sagte Osnabrücks Präsident Dirk Rasch. Der beschuldigte 34-Jährige wurde in ein Kölner Untersuchungsgefängnis gebracht. Für die Augsburg-Partie soll er beim asiatischen Anbieter „sbobet“ 15.000 Euro darauf gesetzt haben, dass die Gastgeber mit drei Toren Unterschied gegen den VfL gewinnen würden.

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