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Weltmeister im Interview: Christoph Kramer: Bayer hat das Recht, Sie zurück zu holen...

Christoph Kramer posiert lässig für den EXPRESS-Fotografen. Vorne sind seine WM-Finalschuhe zu sehen.

Christoph Kramer posiert lässig für den EXPRESS-Fotografen. Vorne sind seine WM-Finalschuhe zu sehen.

Foto:

Herbert Bucco

Mönchengladbach -

Weltmeister! Ein Moment, der unsterblich macht. Und der genau einen Monat her ist.

Wir treffen Christoph Kramer (23). Vor 30 Tagen stemmte der Borussen-Star den Weltpokal in den Nachthimmel von Rio de Janeiro. Er trägt ein Lederband mit einem Glücksanhänger um seinen Hals. Auf diesem ist das Symbol der Unendlichkeit eingraviert. Dazu die Initialen C. C. Christoph und Celina. Seine Freundin. Wir reden mit Kramer über die WM, über Legenden und seine Zukunft. Es ist ein Gespräch mit einem selbstbewussten Mann, der weiß, was er will.

Herr Kramer, seit Ihrem 16. Lebensjahr schreiben Sie Tagebuch. Was haben Sie über die WM geschrieben?

Ich muss zugeben – ich habe in Brasilien ein wenig geschludert. Ich wollte erst einmal den Rummel überstehen und die Momente sacken lassen.

Das Tagebuch eines Fußballprofis – es könnte der Titel eines Buches werden…

Ja. Ein Buch könnte ich mir vorstellen. Nach meiner Karriere. Es wäre ein Musterbeispiel für eine Karriere, an die nicht alle geglaubt haben.

Was schreiben Sie auf?

Ich suche mir immer einen ganz speziellen Moment aus, der besonders schön war.

Wie kamen Sie auf diese Idee?

Ich habe damit begonnen, als ich bei Bayer Leverkusen aussortiert wurde. Es war für mich der Augenblick, alles festzuhalten. Außerdem denke ich, dass ich Talent zum Schreiben habe.

Erzählen Sie uns bitte, was in Ihnen vorging, als Sami Khedira für das WM-Finale plötzlich ausfiel und Sie sich warm machten?

Hansi Flick kam zu mir, sagte: Chris, du spielst.

Das war es?

Ja. Was sollte er auch sagen?

Zum Beispiel, Junge, sei nicht nervös…

Hat er nicht. Das war gut so. Er sagte es ganz selbstverständlich. Auch Joachim Löw meinte nur: Junge, mach’ dein Spiel. Das zeigte mir, das großes Vertrauen da war.

Nach 17 Minuten gingen Sie k.o., hielten bis zur 31. Minute durch. Sie hatten eine Gehirnerschütterung. Können Sie sich mittlerweile wieder an die Minuten dazwischen erinnern?

Ich habe mir das Spiel noch einmal angeschaut. Aber es ist immer noch alles weg.

Aber den Moment der Siegerehrung haben Sie nicht vergessen?

(Kramer lacht) Klar. Ich weiß noch, wie der Pokal in meine Richtung gehoben wurde.

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