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Sein neues Leben: Weltklasse-Schiri: Das macht Markus Merk heute

Millionen kannten Dr. Markus Merk jahrelang als Weltklasse-Schiri. Heute coacht er Manager bei Seminaren, zeigt dabei auch EXPRESS-Artikel.

Millionen kannten Dr. Markus Merk jahrelang als Weltklasse-Schiri. Heute coacht er Manager bei Seminaren, zeigt dabei auch EXPRESS-Artikel.

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Bernd Peters

Köln -

Die Welt kennt ihn als pfeifenden Zahnarzt. Dr. Markus Merk (53) aus Kaiserslautern. Der Mann, der jahrelang auf Weltklasse-Niveau Fußballspiele leitete, bis zum EM-Finale 2004 und der WM im eigenen Land 2006.

Heute ist er noch oft als Fußball-Experte bei Sky zu sehen. Sein eigentlicher Job ist aber ein anderer: Er coacht Manager. Wir trafen ihn bei einem Führungskräfte-Training der Kölner Software-Schmiede „Questback“.

Köln-Kalk, das stylishe Tagungszentrum „Bauwerk“. Alle Augen der versammelten Anzugträger beim „Feedback Management“-Seminar des Software-Riesen „Questback“ blicken gebannt auf den 1,81 Metgroßen Mann mit den grau melierten Haaren. Sie hängen an seinen Lippen, warten darauf, was er sagt oder macht.

Alle Augen auf Markus Merk

Es ist wie früher mit diesem Dr. Markus Merk, wie beim EM-Finale 2004 im Lissaboner „Estadio da Luz“ oder beim Champions-League-Finale 2003 im „Old Trafford“ von Manchester. Alle Augen auf Merk, immer noch.

Obwohl der dreimalige „Weltschiedsrichter des Jahres“ die Pfeife 2008 freiwillig an den Nagel hing. Aber der alte Job, die Zahnarzt-Praxis, bis zur Rente? Das war für Merk keine Option. „Ich wollte nicht mehr von der Hand in den Mund leben“, kalauert er gern.

Die Wahrheit ist: Er hat als Schiedsrichter viele buchstäblich wertvolle Erfahrungen gesammelt, die er jetzt als Coach anwendet - und zu Geld macht.

Merk ist dabei spürbar in seinem Element, reißt Witze, unterhält sein anspruchsvolles Publikum spielend. „Das ist überraschend lehrreich“, sagt ein Teilnehmer, Vorstandsmitglied mit über 25-jähriger Berufserfahrung, während des Coachings. „Ich hätte nicht gedacht, dass mir ausgerechnet ein Schiedsrichter so viele neue Perspektiven aufzeigen kann.“

EXPRESS trifft den Mann, der früher Kicker wie Luis Figo oder Zinedine Zidane zähmte, nach der Veranstaltung zum Interview. Er wischt sich den Schweiß von der Stirn, hat sich sichtbar verausgabt.

Was ist anstrengender, Herr Dr. Merk – 90 Minuten Fußball oder 90 Minuten Coaching?

„Es kommt auf die Art der Anstrengung an“, sagt er. „Ich bin ja Extremsportler. Aber Sie müssen die Zuhörer fesseln und für das Thema begeistern, das ist jedenfalls mein eigener Anspruch. Und in diesem Punkt ist es dann vergleichbar. Ich möchte immer meinem Anspruch gerecht werden.“

Doppelpass zwischen verschiedenen Lebenswelten

Was rät er Menschen, die beruflichen Erfolg suchen? Sie sollten „den Doppelpass zwischen verschiedenen Lebenswelten“ spielen. „Ich wäre in der Schiedsrichterei nie so stark gewesen, wenn ich nicht auch andere Facetten in meinem Leben zugelassen hätte“, betont Merk. So bereist er Nord- und Südpol, läuft Ultramarathons, engagiert sich für arme Kinder in Indien.

Und was lernen Manager jetzt ausgerechnet von einem Pfeifenmann? „Ich spreche von Spiel-Management, von Spiel-Leitung, weil ich den Begriff Richter weniger mag. Vom Spiel-Manager können sich auch die echten Manager, vor denen ich jetzt spreche, etwas abgucken. Die sind ja in noch größerem Maß Entscheider, als ich es war. Die müssen Bestätigung wecken, Reize liefern. Das musste ich auch. Ich erfinde das Rad nicht neu – aber ich kann den ein oder anderen Ratschlag geben.“

Das neue Leben des Dr. Markus Merk – es basiert auf seinem „alten“.