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Nach Rücktritt: Gladbach-Manager Max Eberl verzeiht Lucien Favre

Max Eberl würde Lucien Favre jederzeit wieder verpflichten.

Max Eberl würde Lucien Favre jederzeit wieder verpflichten.

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dpa

Mönchengladbach -

Die Flucht von Fohlen-Flüsterer Lucien Favre (57) aus dem Borussia-Park schlug hohe Wellen. Die Enttäuschung und der Schock ob des plötzlichen Rücktritts sitzt bei allen Beteiligten tief.

Manager Max Eberl (42) hat dem Schweizer den „Ich bin dann mal weg!“-Abgang aber nun verziehen. Eberl im Audi Star Talk bei Sky: „Er hat es getan - aber das ändert nicht meine Meinung zu Lucien Favre. Da wird nichts hängen bleiben. Er hat hier phantastische Arbeit geleistet. Ich sehe ihn in einer Reihe mit Trainern wie Weisweiler, Lattek oder Heynckes. Daran hat er angeschlossen.“

Kreisliga-A-Trainer bewirbt sich

Favre in einer Reihe mit Weisweiler – wow! Eberl macht übrigens keinen Hehl daraus, dass er Favre jederzeit noch einmal verpflichten würde. Bringt seinen Ex-Coach sogar bei anderen Klubs ins Gespräch. „Wenn ich Manager eines anderen Vereins wäre, dann würde ich mich mit Lucien Favre beschäftigen.“

Irre Nummer: Als Favre die Mücke gemacht hatte, landete ins Eberls Büro prompt die Bewerbungs-Mail eines Trainers aus der Kreisliga A. „Er hat mir geschrieben, dass er es auch mal gerne probieren würde. Der kriegt natürlich eine Absage!“

Schubert bleibt „Coach auf Zeit“

Eberl hat zudem noch einmal klargestellt, dass André Schubert trotz der zwei Dreier binnen einer Woche weiter den Status „Coach auf Zeit“ bei Borussia innehat. „Ich habe ihm gesagt, dass ich einen Trainer suche. André ist absolut bundesligatauglich. Er kann Bundesliga. Er leistet sehr gute Arbeit. Aber es gibt eine klare Absprache. Und wir haben nun gerade einmal eine Woche hinter uns gebracht.“

Was Eberl zudem verdeutlichte: Mit jedem Sieg gibt Schubert dem Klub die Zeit, einen neuen Cheftrainer zu finden. Eberl: „Keine leichte Aufgabe. Wir haben Lucien Favre verloren. Da musst du erst einmal einen finden in der Qualitätsklasse.“

Kein Dementi zu Weinzierl

Top-Kandidat ist, wie EXPRESS bereits in der vergangenen Woche exklusiv vermeldete, Augsburgs Trainer Markus Weinzierl. Von Eberl gab es dazu auf konkrete Nachfrage zwar weder eine Bestätigung. Aber auch KEIN Dementi.

Eberl: „Wir verstehen uns sehr gut. Wir kennen uns noch von früher aus der Bayern-Auswahl. Aber er ist bei Augsburg unter Vertrag. Ich habe Respekt vor diesem Verein. Deshalb mag ich das nicht, mich zu solchen Dingen zu äußern.“

Dennoch: Gut möglich, dass Eberl in der Winterpause den Geldkoffer aufmacht und seinen Wunschtrainer aus dem Vertrag herauskauft. Ausschließen mag der Manager das nicht. Attacke Gladbach! „Wir versuchen, eine sehr gute Lösung zu finden. Im Fußball ist vieles möglich. Wir denken in alle Richtungen. Auf uns hat in der Vergangenheit auch keiner Rücksicht genommen. Ich lasse mir alle Optionen offen.“

„Borussia ist eine Passion“

Eberl wehrt sich auch gegen die Stimmen im Borussen-Umfeld, welche die Zugänge Lars Stindl und Josip Drmic bereits als Flops abstempeln. „Wir sind voll überzeugt von diesen Spielern. Lars Stindl ist ein Leader-Typ. Und ein Josip Drmic wird bei uns die Zeit bekommen, die er braucht.“

Abschließend: Eberls irrer Treueschwur. Er würde Borussia nicht einmal verlassen, wenn ihn der FC Bayern haben wollte. „Dann hätte ich nichts bis 2020 verlängert. Klar, Bayern ist mein Verein, ich komme aus München. Aber nun habe ich hier in Gladbach eine Heimat gefunden. Ich möchte hier etwas bewegen. Ich habe schon mehrfach betont, was Borussia mir bedeutet. Das ist eine Passion.“