Cardiff - Zwei Spiele, zwei Siege, 6:0-Tore. Der WM-Quali-Doppelpack ist für die deutsche Mannschaft perfekt gelaufen. Dennoch gab es am Ende der elftägigen Dienstreise bei der Nationalmannschaft nur noch ein Thema: Fan-Liebling Lukas Podolski (23) legt sich mit Kapitän Michael Ballack (32) an. Ein Disput, ein Schlag ins Gesicht des Chelsea-Stars, ein handfester Fußball-Skandal!
Als Jogi Löw am Mittwochabend kurz vor Mitternacht im Mannschaftshotel eine kurze Rede an die Spieler richtete, endete diese mit einem Rüffel für Podolski. „Ich habe allen Spielern deutlich gemacht, dass ich solche Aktionen nicht dulde“, sagte der Bundestrainer. „Die Worte eines Kapitäns sind von jedem zu akzeptieren.“
Nach dem Abendessen stieg dann die große Versöhnung. Der gesamte Trainerstab, Manager Oliver Bierhoff sowie Ballack und Podolski setzten sich zusammen. In drei Minuten, so Bierhoff, sei der Zoff beigelegt worden. „Lukas weiß, dass sein Verhalten inakzeptabel war. Wir haben in den vergangenen elf Tagen eine tolle Mannschaft erlebt. Da dürfen wir das positive Bild dieser beiden Spiele nicht durch solche Aktionen ins falsche Licht rücken.“
Glaubt man Bierhoff, muss die Versöhnung am Ende fast schon romantische Züge gehabt haben. „Lukas hat gesagt, dass es ihm Leid tut. Dann haben sie sich in die Augen geschaut und abgeklatscht.“
Folgen hat der Ausraster keine für Podolski. „Mit Disziplinar-Maßnahmen tut man sich beim DFB schwer. Es wird keine Geldstrafen oder sonstige Sanktionen geben“, sagte Manager Oliver Bierhoff. Hintergrund: Der DFB ist nicht Arbeitgeber der Spieler und kann daher keine Geldstrafen verhängen. Und einen Rauswurf Podolskis kann sich die Nationalmannschaft aus sportlichen Gründen nicht leisten.
Bleibt die Frage, nach dem tiefen Grund für Podolskis Ausraster. Hat er ein grundsätzliches Problem mit Michael Ballack? Schleppt er doch den Bayern-Frust mit sich herum? Duldet der 23-Jährige keine Kritik? Schlummert im künftigen Kölner so ein großes Aggressionspotenzial? Für Bierhoff war Podolskis Schlag eine „Affektreaktion“. Der Manager: „Lukas war nervös und fühlte sich angegangen. Er wollte sicher in dem Spiel ein Tor machen und die eine oder andere Aktionen mehr bestreiten. Da ist es eben passiert.“
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