Düsseldorf - Die Fans rieben sich beim 0:0 gegen Unterhaching verwundert die Augen. Was Neuzugang Bruno Custos da nach seiner Einwechslung produzierte, erinnerte sie doch sehr an einen unvergessenen Kultkicker aus den Neunzigern: Harald Katemann.
Schleuder-Harry brachte es damals mit seinen gefürchteten Einwürfen zu bundesweiter Bekanntheit, die Gegner schlotterten vor seinen Torpedo-Würfen, die wie Flanken in den Strafraum rauschten.
„Dabei trainiere ich das nicht einmal besonders“, zuckte „Harry“ seinerzeit nur mit den Schultern. Plötzlich ist mit Custos wieder einer da, der es kann. Der durchtrainierte Franzose sagt keck: „Ich mache die Einwürfe so, wie andere Ecken schießen - immer auf den kurzen Pfosten. Wenn die dann verlängert werden, wird es gefährlich.“
„Eisenarm-Bruno“ macht bei Fortuna ab sofort den „Schleuder-Harry“.
Doch das ist nicht seine einzige Qualität. „Custos ist sehr schnell, flexibel auf beiden Außenverteidiger-Positionen und - wie gegen Haching - auch vorne rechts einsetzbar. Zudem hat er ein sehr gutes taktisches Verständnis. Er stand von Anfang an mit bei uns auf der Liste“, so Manager Wolf Werner.
73 Zweitliga-Einsätze sprechen eine deutliche Sprache. Aber als man bei seinem Ex-Klub Unterhaching Ralph Hasenhüttl zum Cheftrainer machte, war auf einmal alles aus. „Der hat ohne jeden sportlichen Grund fünf Profis, mich eingeschlossen, einfach rausgeworfen, weil sie angeblich seine Autorität untergraben würden - das war unfassbar“, schüttelt Custos immer noch mit dem Kopf.
Die Arbeitslosigkeit drohte, doch nun ist das Thema durch: „Ich freue mich sehr, dass ich jetzt hier bin. Alles ist hier wie bei einem Erstligisten. Fortuna will zurück in die Zweite Liga - und das will ich auch!“
Sollte es bei ihm mal nicht so laufen, kann er sich von seiner Frau Tatiana trösten lassen. Custos: „Sie ist Stewardess bei der Air France und fliegt meist aus Paris ab. Da ist es völlig egal für sie, ob sie nach München oder nach Düsseldorf düst.“
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