„Punktgewinn der Moral“: Wembley-Eigentor rettet die Fortuna
Düsseldorfs Alexander Madlung und Marlon Ritter jubeln über das 2:2, das Daniel Gordon (r.) per Eigentor erzielt hatte.
dpa
Sandhausen -
„Fortuna ist der geilste Klub der Welt“, singen die 2000 Düsseldorfer und feiern nach einem schnellen 0:2-Rückstand die Aufholjagd zum 2:2 beim SV Sandhausen.
Ein Wembley-Eigentor in der 89. Minute rettet die Fortuna. Verteidiger Lukas Schmitz setzt sich auf der linken Außenbahn durch und flankt in den Strafraum.
Daniel Gordon fälscht den Ball an die Latten-Unterkante ab, von dort prallt er über die Linie. Damian Roßbachs Rettungsversuch kommt zu spät. Der Schiedsrichter-Assistent zeigt Tor an. Düsseldorfs verdienter Ausgleich.
„Wir haben nicht aufgegeben!“
„Ein Spiegelbild der zweiten Halbzeit, dass wir nicht aufgegeben haben und immer weiter angerannt sind“, jubelt Vize-Kapitän Adam Bodzek und adelt seinen Kollegen: „Das macht der Schmitzi gut, spielt den Ball quer, und der landet irgendwie im Tor.“
Ein Punktgewinn der Moral, der Friedhelm Funkel halbwegs zufriedenstellt. „Man hat gesehen, wie intensiv die Zweitliga-Spiele in dieser Saison werden. So furios Sandhausen gestartet ist, so unzufrieden war ich mit meiner Mannschaft in den ersten 25 Minuten. Da sind wir überhaupt nicht auf dem Platz gewesen“, wettert Fortunas Trainer und macht seinem Ärger über die verschlafene Hälfte der ersten Halbzeit Luft.
Funkels „Mängelliste“
„Wir standen zu weit weg von den Gegnern. Hatten einen viel zu langsamen Spielaufbau und kein Tempo. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen“, listet Funkel die Mängel auf.
Christian Gartner und Kevin Akpoguma gestatten Korbinian Vollmann Doppelpass mit Andrew Wooten und Abschluss aus 20 Metern, Alexander Madlung fälscht unhaltbar zum 0:1 ab.
Kapitän Oliver Fink vergibt frei vor Marco Knaller das 1:1 und verliert nach Vollmanns Freistoß den Luftkampf gegen Markus Karl, der mit dem Hinterkopf das 0:2 erzielt.
Wut im Fuß bei Adam Bodzek
Michael Rensing verhindert gegen Vollmann Schlimmeres.
Fortuna dann nach Ihlas Bebous abgefälschter Flanke mit Glück, und einer gehörigen Portion Wut im Fuß von Adam Bodzek, der den Ball an zwei Sandhäusern vorbei zum 1:2 ins Netz drischt.
Adam Bodzek jubelt über seinen Anschlusstreffer.
dpa
„Wir hatten viele Ballverluste, waren nicht eng genug an den Gegnern. Mit dem Tor ging ein Ruck durch die Mannschaft, das hat uns mehr Sicherheit gegeben“, glaubt Bodzek. „Der Rückstand durch einen abgefälschten Schuss und einen Standard war ein bisschen doof. Aber wir haben noch einen Punkt mitgenommen und das zählt. Alles andere kann man besser machen und auf der zweiten Halbzeit aufbauen.“