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EXPRESS-Gipfel zu Sicherheit und Fankultur: „Für den Erfolg müssen alle aufeinander zugehen!“

Männer des Volkes: Peter Brings, Reiner Calmund, Wolfgang Bosbach, Rainer Mendel und Andreas Rettig (v. l.) setzen sich für friedlichen Fußball ein.

Männer des Volkes: Peter Brings, Reiner Calmund, Wolfgang Bosbach, Rainer Mendel und Andreas Rettig (v. l.) setzen sich für friedlichen Fußball ein.

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Herbert Bucco

Köln -

Die Diskussion über Gewaltexzesse und Pyrotechnik im deutschen Fußball. Schweigende Kurven, Fanproteste. Die DFL und ihre Beschlüsse zum „Sicheren Stadionerlebnis“ in der Kritik.

Das Thema Sicherheit im deutschen Fußball ist vor der entscheidenden Sitzung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am 12. Dezember in aller Munde.

Beim EXPRESS diskutierte eine hochkarätige Runde unter der Leitung unseres Kolumnisten Reiner Calmund über Ursachen, Lösungsansätze und Wege aus der Konfrontation.

Mit dabei: der angehende DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig. Der Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestags, Wolfgang Bosbach. Kölsch-Rocker Peter Brings. Und der FC-Fanbeauftragte Rainer Mendel, der auch einer der Sprecher der DFL-Fanbeauftragten ist.

„Ansage der Politik: Regelt die Dinge, sonst tun wir es.“

Calmund: Ich kann die momentanen Fan-Proteste in den Stadien nicht verstehen. Das DFL-Sicherheits-Konzept und die entsprechenden Anträge sind für alle Parteien konsensfähig. Warum ist das Theater so groß?

Rettig: Wir befinden uns in einer Situation, wo der Bürger und jetzt auch der Fan verstärkt mitreden will. Wir hatten zwar einzelne Fanvertreter dabei, aber es gibt nicht den Fanvertreter, der für alle sprechen kann. Dafür ist die Fanszene zu heterogen, was ja positiv ist, aber die Kommunikation erschwert. Der Ursprung dieses Papiers aber war der Druck aus der Politik mit der Ansage: Leute, ihr müsst euren Laden in den Griff bekommen. Regelt die Dinge, sonst tun wir es.

Wir wollen die Selbstbestimmung des Fußballs erhalten, aber das geht nur dann, wenn wir Dinge umsetzen, die von der Politik gefordert werden. Wir müssen uns in einigen Bereichen verbessern. Dies wollen wir mit dem Papier erreichen. Damit das Stadionerlebnis vor, während und nach dem Spiel besser wird. Obwohl wir die sichersten Stadien haben. Aber es gibt natürlich auch populistische Forderungen, etwa die Abschaffung der Stehplätze. Die würde uns richtig Kummer bereiten, und ist mit uns nicht zu machen.

Bosbach: Die Forderung, Stehplätze abzuschaffen, ist alles andere als populär, also das Gegenteil von Populismus. Ich persönlich hoffe, dass sie erhalten bleiben. Leider steht das Thema Fußball und Gewalt seit langer Zeit auf der politischen Tagesordnung. Bei knapp 1,9 Millionen Einsatzstunden der Polizeikräfte rund um Fußballspiele in der letzten Saison und einer steigenden Anzahl von Verletzten und Festnahmen ist das auch kein Wunder.

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