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Der letzte Patriarch: Jetzt spricht Hannover-Boss Kind

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Verkörpert Hannover 96 wie sonst keiner: 96-Boss Martin Kind.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Er ist der letzte Patriarch der Bundesliga. Martin Kind (70), der Boss von Hannover 96. Hörgerätemillionär. Geschätztes Vermögen: 600 Millionen Euro. Ein Macher.

Er holte 1997 den Klub aus der Regionalliga und führte ihn in die Bundesliga. Nach 18 Jahren an der Spitze steht der Boss des Tabellenletzten, der Samstag bei Bayer Leverkusen antritt, vor dem Absturz.

Mit uns sprach Kind über die Katastrophe, Ex-Manager Jörg Schmadtke und das Aufgeben.

Was würde ein Abstieg für Sie bedeuten?

Das wäre für mich eine persönliche Katastrophe. Das wäre ein Desaster. Das würde mir wehtun.

Würden Sie in diesem Fall zurücktreten?

Nein! Auf gar keinen Fall. So bin ich nicht. Ich schmeiße nicht so einfach hin. Ich würde mich verantwortlich fühlen und den Fehler korrigieren.

Sie stehen mit dem Rücken zur Wand...

Ja, aber wir werden kämpfen. Wir fahren nicht nach Leverkusen, um zu verlieren.

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Martin Kind und Jörg Schmadtke erlebten bei Hannover Höhen und Tiefen.

Foto:

imago sportfotodienst

„Schmadtke hat einen ausgezeichneten Job bei uns gemacht“

Als der heutige FC-Manager Jörg Schmadtke noch in Hannover war, hatte Ihr Klub seine beste Zeit. Bereuen Sie seinen Weggang?

Ja. Herr Schmadtke hat jahrelang einen ausgezeichneten Job bei uns gemacht. Ich bedaure sehr, dass er gegangen ist. Das war nicht notwendig. Danach, das muss man eingestehen, ging es bei uns bergab.

Sie haben mit Thomas Schaaf einen neuen Trainer...

Auf den ich große Hoffnungen setze. Er kann es schaffen.

Fußball ist ein Milliardengeschäft, in dem irrsinnige Summen gezahlt werden. Was denken Sie darüber?

Ich mache mir Sorgen. Ich glaube nicht, dass es ein Geschäftsmodell der Zukunft sein kann, immer mehr Geld an Spieler, Trainer und Berater zu zahlen.

Diese irren Summen bleiben ja nicht beim Klub. Die Frage ist: Füge ich mich dem Schicksal? Oder stemme ich mich dagegen?

Wie sieht Ihre Antwort aus?

Wir brauchen in Europa einen runden Tisch. Dieses Entwicklung ist gegen jede Vernunft. Wir müssen sie stoppen.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder ist Ihr prominentester Fan. Was denkt er über Hannovers Entwicklung?

Ich habe ihn gerade erst getroffen. Auch er ist nicht glücklich darüber und macht sich große Sorgen um seinen Klub.

Bayers Torjäger Stefan Kießling hat sich vor der Winterpause in Hannover eine Wohnung angeschaut. Bedauern Sie es, dass er in Leverkusen bleibt?

Natürlich. Er wäre eine tolle Verstärkung für uns gewesen. Aber Bayer hat ihn nicht gehen lassen. Rudi Völler und seine Mitarbeiter machen eben seit Jahren einen hervorragenden Job. Da steckt Kontinuität und Seriosität dahinter.

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