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Express.de | Neuzugang im Interview: Hofmann: „Gladbach gehört zu den ganz Großen“
14. January 2016
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Neuzugang im Interview: Hofmann: „Gladbach gehört zu den ganz Großen“

Jonas Hofmann bei Borussia Mönchengladbach

Hat nach seinem Wechsel zu Gladbach allen Grund zur Freude: Jonas Hofmann.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Er kommt mit der Empfehlung von 48 Bundesliga- sowie acht Champions-League-Partien - und einem Multimillionen-Euro-Preisschild: Winterneuzugang Jonas Hofmann heizt den Konkurrenzkampf auf den Außenpositionen der Borussia noch mal so richtig an.

Neben Gladbach waren noch einige andere Vereine am 23-jährigen Flügelflitzer dran, letztlich hieß es jedoch: Von Borussia zu Borussia. Und das hatte seine Gründe.

Warum Hofmann eine ganz besondere Verbindung zu den Fohlen hat, was er zu seinem Ex-Klub Dortmund sagt und warum es beinahe nie zu einer Fußballprofi-Karriere gekommen wäre, verrät er uns im Interview.

Herr Hofmann, Gladbach statt Dortmund. Sie haben sich für einen Wechsel zur anderen Borussia entschieden. Sind Sie vor dem Konkurrenzkampf beim BVB geflüchtet?

Überhaupt nicht. Im Gladbacher Kader sind ja auch jede Menge Großkaliber. Ich habe hier keine Stammplatzgarantie, sondern ebenfalls einen gesunden Konkurrenzkampf. Den nehme ich an.

Warum der Wechsel?

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich einfach zu wenige Einsatzzeiten in Dortmund bekommen habe.

Als Gladbach mir dann ein Angebot gemacht hat, musste ich nicht lange überlegen. Gladbach zähle ich, vom Gesamtpaket her, zu den ganz Großen - hinter Bayern und Dortmund.

Für mich als junger Spieler ist das der perfekte Klub, um mich weiterzuentwickeln.

Sie erwecken auf jeden Fall schon mal den Eindruck, als würden Sie sich recht wohl bei der neuen Borussia fühlen?

Stimmt. Ich habe in den vergangenen Tagen mehrfach mit der Familie und Freunden telefoniert. Sie haben mich gefragt, wie es läuft. Ich konnte nur Gutes berichten.

Die Mannschaft ist eine richtig geile Truppe, die es mir einfach macht, mich einzugewöhnen.

Stimmt es eigentlich, dass Sie bereits während ihrer Jungendzeit wiederholt im Borussia-Park gewesen sind?

Ja, mehrfach. Schon in der Kindheit haben in meinem Umfeld zahlreiche Gladbach-Fans gelebt.

Einige Freunde machen sich regelmäßig auf die Autobahn, um Gladbach-Spiele zu besuchen.

Wie erklären Sie sich das?

Gladbach ist sehr beliebt in Deutschland. Aus der Ferne habe ich diesen Klub immer als sehr sympathisch wahrgenommen – was ich nun aus nächster Nähe nur bestätigen kann.

Es wollten auch andere Klubs sie verpflichten. Wie hat sich Fohlen-Manager Max Eberl in den Gesprächen mit Ihnen präsentiert?

Er hat mir sehr imponiert. Er ist verdammt gut vorbereitet gewesen.

Ich habe sofort gemerkt, dass die sich mit mir richtig beschäftigt haben. Das hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Max hat sich richtig ins Zeug gelegt.

Wie lauten ihre Ziele in Gladbach?

So schnell wie möglich hier ankommen. Und dass ich gemeinsam mit der Mannschaft am Ende der Saison unseren Titel holen kann.

Welchen Titel meinen Sie? Gladbach wird kaum die Bayern in der Liga abfangen, ist aus dem Pokal und der Champions League ausgeschieden.

Wenn dieser Klub es erneut schafft, in den Europapokal zu kommen, dann ist das wie ein Titelgewinn zu bewerten.

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Gladbach ist Ihr erster großer Transfer. Borussia hat mehrere Millionen Euro Ablöse für Sie bezahlt. Wie gehen Sie damit um?

Ich habe in der Tat darüber nachgedacht, auch mit meiner Familie geredet.

Es ist schon bemerkenswert, wenn für einen Menschen Millionen bezahlt werden.

Wichtig ist, dass ich mir selber keinen falschen Druck aufbaue und mir einrede, ich müsse das nun mit aller Macht zurückzahlen.

Gleich im ersten Spiel zum Rückrundenauftakt kommt es zum Duell mit Ihrem Ex-Klub Dortmund.

Dass ich, bei aller Verbundenheit mit dem BVB, natürlich mit Gladbach gewinnen möchte. Ich hätte auch nichts dagegen, dabei ein Tor zu schießen. Was für ein Sportler wäre ich, wenn ich nicht gewinnen wollte.

Empfinden Sie das Leben als Fußballprofi eigentlich als Privileg?

Ja, das ist ein riesiges Geschenk von Gott, dass ich mein Hobby aus der Jugend zum Hauptberuf habe machen können.

Ich genieße jeden Tag, es macht mir großen Spaß. Ich bin dankbar darüber, was für ein Leben mir eröffnet worden ist.

Stimmt es eigentlich, dass Sie auch das Zeug zum Golfprofi gehabt hätten?

Sagen wir es so: In meiner Jugend habe ich intensiv Handball, Golf und Fußball gespielt.

Ich komme aus einer Handballer-Dynastie. Mein Vater hat 2. Bundesliga in Kronau-Östringen gespielt. Mein Opa Feldhandball-Bundesliga.

In der Grundschule habe ich dann, dank eines Förderprogrammes von Dietmar Hopp, mit Golfspielen angefangen.

Mit 13 Jahren war ich schon relativ weit. Dann musste ich mich entscheiden. Es kam das Angebot, in der Jugend bei Hoffenheim zu spielen. Das konnte ich nicht ausschlagen.

Außerhalb des Fußballs – wo wären Sie gerne mal als Fan im Publikum?

Klarer Fall: Bei der Darts-WM in London im legendären Ally Pally. Da will ich unbedingt mal hin.

Abschließend: Sie machen einen sehr lebensfrohen und bodenständigen Eindruck. Gibt es etwas, dass Ihnen Angst macht?

Angst nicht, aber angesichts des Terrors, der momentan um die Welt geht, mache ich mir schon Gedanken.

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