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Abstiegskampf: Don Calli: So leide ich mit meinen Freunden

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Reiner Calmund schreibt im EXPRESS.

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Zuletzt wurde ich in einem Interview mal wieder nach der größten Enttäuschung meiner aktiven Zeit bei Bayer Leverkusen gefragt. Und natürlich habe ich geantwortet, was ich immer antworte: Dass es bis heute schmerzt, nie die Deutsche Meisterschaft geholt zu haben. Aber ganz ehrlich, Freunde: Das ist nur die halbe Wahrheit. Und wenn ich heute auf die Tabelle sehe und da steht Bayer 04 auf dem vierten Platz, dann freut mich das und ich wünsche Rudi Völler und Jonas Boldt - dessen Vater mir seit vielen Jahren ein guter Freund ist - den Sprung auf Platz drei und die direkte Qualifikation für die Champions League.

Geht der Blick aber runter, dann wird es mir mulmig. Und ich erinnere mich daran, wie sehr ich - und mit mir die anderen Angestellten des Klubs und tausende Fans - gelitten haben, als wir auf der Kippe standen und beinahe abgestiegen wären. Und dann bin ich ehrlich zu mir selbst: Die verpassten Titel waren ein Klacks gegen diese Angst vor dem Absturz. Das Schlimmste: Dieses Gefühl verteilt sich über viele Wochen, manchmal Monate. Während du den Titel an einem Spieltag verspielst, begleitet dich das Abstiegsgespenst meistens über eine lange Zeit. Und ich weiß aus Erfahrung: Es ist kein schöner Begleiter.

Meine jahrzehntelange Präsenz in der Szene bringt es mit sich, dass ich viele Protagonisten nicht nur kenne, sondern mit ihnen gut bekannt, wenn nicht sogar befreundet bin. Und deshalb schaue ich ein bisschen genauer hin....

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Peter Stöger brachte den FC als Trainer auf ein gutes Niveau.

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....beim 1. FC Köln:

Ja, Freunde, auch der FC ist noch nicht an Schmitz' Backes vorbei. Die Mannschaft von Peter Stöger entwickelt sich seit drei Jahren auf einem guten Niveau, der Verein hat sich berappelt und gibt ein gutes Bild ab. Und richtig ist auch, dass die Jungs nur vier Punkte vom Euro-League-Platz weg sind. Aber eben auch nur sechs Zähler vom Relegationsplatz. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir 1988 trotz UEFA-Cup Sieg in der Bundesliga-Tabelle nur mickrige vier Punkte Vorsprung vor dem Drittletzten hatten. 1996 haben bei Bayer 04 viele Akteure - inklusive Erich Ribbeck - lange an die internationale Quali geglaubt. Das Ende ist bekannt, Markus Münch bewahrte uns durch sein Tor zum 1:1 in der 82. Minute gegen Kaiserslautern vor dem Abstieg. Also: Augen auf und alle Sinne geschärft.

....beim FC Ingolstadt:

Der Aufsteiger überrascht mit seiner No-Name-Truppe alle. Ich gönne Peter Jackwerth, meinem alten Kumpel seit vielen Jahren, jedes Tor, jeden Punkt. Als Vorsitzender der „Schanzer“ hat er 2004 damit begonnen, das Fundament zu gießen, auf dem sich heute die Truppe von Ralph Hasenhüttl so gut und erfolgreich bewegt. Hasenhüttl ist in meinen Augen ein Top-Trainer, der aus ganz wenig ganz viel machen kann - er übernahm den FCI auf dem letzten Tabellenplatz und führte das Team eineinhalb Jahre später in die Bundesliga. Da zu bleiben, ist sauschwer. Und bei allem Lob: Vier Punkte Vorsprung sind schnell aufgebraucht. Die Unbeschwertheit des Neulings weicht schnell der Verunsicherung des Unerfahrenen, wenn es mal nicht so läuft wie zur Zeit.

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Klaus-Michael Kühne rettete den HSV mit vielen Millionen.

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dpa

....beim HSV:

 Klaus-Michael Kühne sorgte schon mehrmals mit viel Kohle für das Überleben des Bundesliga-Dinos. Ich habe ihn in den vergangenen zwei Jahren häufiger auf Kreuzfahrten getroffen. Er ist ein erfolgreicher Unternehmer und ein gebildeter Mann mit einem großen Erfahrungsschatz, aber unser Thema war fast immer - der Fußball, „sein“ Hamburger SV. Er ist nicht nur Geldgeber, er ist auch ganz eingefleischter Fan. Als solcher leidet er nach jeder Pleite. Zuletzt gab es wieder ein paar zu viel davon. Ich wünsche ihm, dass er mal wieder in Ruhe Fußball gucken kann und dass die Leute in Hamburg endlich anerkennen, was dieser Mann für den HSV tut.

Auf der nächsten Seite schaut der EXPRESS-Kolumnist auch bei anderen Vereinen einmal genauer hin.

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