Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.
Express.de | Partie am Samstag: Die 11 wichtigsten Fan-Fragen zum Derby
18. February 2016
http://www.express.de/23588250
©

Partie am Samstag: Die 11 wichtigsten Fan-Fragen zum Derby

01K 14_71-95743642_ori

Kölns Dominique Heintz ist heiß auf das Derby.

Foto:

Bucco

Es war der Fan-Skandal der vergangenen Saison! Nach Abpfiff des Derbys zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (1:0) kletterten FC-Randalierer über die Zäune, stürmten den Platz.

Die Folge: Der DFB verhängte ein Hammer-Urteil. Dreimal musste der Unterrang der Südkurve leerbleiben, zudem musste Köln 200.000 Euro zahlen.

Nun steht das nächste Derby in Gladbach an – und das Gästekontingent ist halbiert, die Tickets personalisiert. Dagegen protestieren rund 1000 Kölner am Samstag ab 11 Uhr in Mönchengladbach-Rheydt. Dem Spiel bleiben die Kölner Ultras fern.

Was erwartet uns da für ein Derbywochenende? EXPRESS klärt elf Fragen zum Spiel.

Gibt es noch Karten?

Jein – der Gladbacher Fanbereich ist ausverkauft. Im Gästeblock sind noch rund 1000 Tickets verfügbar.

Aber: Nur Mitglieder des FC und Mitglieder eines offiziellen Fanklubs können diese für sich selbst erwerben. Da die DFB-Auflagen vorsehen, dass Karten personalisiert sein müssen, können diese auch nur bis Freitag ausgestellt werden.

Zugang zum Stadion erhält nur, wer neben der Karte auch den Personalausweis vorweisen kann.

Wie sicher ist das Derby?

Wie schon im Vorjahr ist die Partie als Hochsicherheitsspiel von der Polizei deklariert.

Heißt: Hundertschaften, Hubschrauber und Wasserwerfer sind im Einsatz. Im Stadion sind vermehrt Ordner im Einsatz, der Alkoholausschank im Stadion ist verboten, Flaschen rund ums Stadion auch.

Weil aber ohnehin keine Fan-Konfrontationen erwartet werden, darf man getrost von einem ruhigen Derby ausgehen.

Welche Konsequenzen wurden aus dem Vorjahr gezogen?

Borussia erhielt nach dem Platzsturm Auflagen und musste die Sicherheit im Stadioninnenbereich verbessern.

Rund 800.000 Euro wurden investiert. Zäune wurden erhöht, außerdem Plexiglas im Gästebereich angebracht. Auch die Busanreise der Gästefans wurde neu strukturiert.

Auf der nächsten Seite beantwortet EXPRESS weitere Fragen zum Derby.

 Warum dürfen Kölner in Gladbach demonstrieren?

Weil es so im Grundgesetz steht. „Das Recht zu demonstrieren ist ein Grundrecht“, sagt Polizeisprecher Willy Theveßen. „Wer demonstrieren will, muss das anmelden. Das ist in diesem Fall geschehen.“

 Was kritisieren Gladbacher und Kölner Ultras?

Der Protest richtet sich vor allem gegen Beschneidung der Fanrechte.

„Hauptkritikpunkt ist die Personalisierung und Kontingentierung der Eintrittskarten“, erklärt Thomas Schönig, Chef der Kölner AG Fankultur und Mitglied des DFB-Kontrollausschusses.

„Sie fürchten, dass in der Bundesliga bald englische Verhältnisse herrschen.“ Dort gilt: Keine Stehplätze, teure Tickets, Personalisierung.

01K 14_71-95743117_ori

Auch Gladbachs Granit Xhaka brennt auf das Derby.

Foto:

Getty

Was planen die Gladbacher während der Demo?

Die Sorge, dass Gladbach-Anhänger die Kölner Demo attackieren könnten, ist da.

„Ich kann nur an unsere Anhänger appellieren, dass sie mit der geplanten Demo der Kölner Fans gelassen umgehen“, hofft Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers.

Wie viele Ultras kommen ins Stadion?

Aus Köln werden kaum Ultras im Borussia-Park sein. Auf Gladbacher Seite werden die Ultras wie gewohnt in der Kurve stehen. Doch sie haben sich einen Stimmungsboykott auferlegt.

Wie wird die Stimmung sein?

Schon im Hinspiel kam nie Derby-Atmosphäre auf. Die per Banner gestellte Frage „Wollt ihr das?“ Kann man nur mit „Nein“ beantworten.

Auch Samstag wird es eher nach Freundschaftsspiel klingen. Ein bisschen Stimmung könnte aus der Kölner Ecke kommen.

„Wir haben viele feierfreudige Fans“, sagt Fankultur-Chef Schönig. „Ich gehe davon aus, dass man sie hören wird.“

Auf der nächsten Seite beantwortet EXPRESS weitere Fragen zum Derby.

Was sagen die Profis?

Sowohl beim FC, als auch bei den Fohlen sind die Stars betrübt. Sie haben sich ein stimmungsvolles Derby gewünscht. „Stimmung gehört zum Fußball“, sagt der Gladbacher Granit Xhaka.

„Wenn beim Derby die Fans ruhig sind, ist das nicht so toll. Aber wir respektieren das.“

Der Kölner Dominique Heintz meint: „Natürlich ist das ein bisschen schade. Aber letzten Endes müssen wir auf dem Platz auch so Gas geben. Am besten, man denkt gar nicht so viel darüber nach und zieht sein Ding durch.“

Trainer Peter Stöger: „Als Fußball-Profi muss du dich Samstag für Samstag auf neue Umstände einstellen und dabei Topleistungen abrufen. Das gleiche gilt auch für Samstag.“

01K 14_71-95743642_ori

Kölns Dominique Heintz ist heiß auf das Derby.

Foto:

Bucco

Was hat der Fan-Boykott sonst noch für Auswirkungen?

Das kleine Derby zwischen der U21 des FC und Viktoria Köln im Franz-Kremer-Stadion wurde auf 12 Uhr vorverlegt.

Eine größere Gruppe FC-Fans, die von der Demo aus Gladbach zurückkehren, wollen im Geißbockheim das Derby am TV verfolgen. Die hätten auf Viktoria-Anhänger treffen können. Das wollte man vermeiden.

 Wie sehen Derbys in Zukunft aus?

„Auch wir als Verein wollen keine personalisierten Tickets, wir wollen Gästekontingente und eine lebendige Fankultur“, sagt FC-Mann Schönig.

„Da müssen die Anhänger sich aber auch entsprechend verhalten.“ Das Derbywochenende bietet eine große Chance dazu.

nächste Seite Seite 1 von 3