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Outing in 1Live-Show: Das sagt Domian zum Anruf des Pezzoni-Mobbers

Der Anker für Menschen, die ihr Herz ausschütten wollen: Jürgen Domian sitzt nachts bei Eins Live vor dem Mikrofon.

Der Anker für Menschen, die ihr Herz ausschütten wollen: Jürgen Domian sitzt nachts bei Eins Live vor dem Mikrofon.

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Zik

Köln -

Das Facebook-Mobbing gegen Kevin Pezzoni brachte den FC bundesweit in die Schlagzeilen. Über den Initiator der Seite „Pezzoni & Co. aufmischen“, die es in nicht mal 24 Stunden auf 445 Mitglieder brachte, wusste man bislang nicht viel. Bis er sich Donnerstagnacht im WDR in der Sendung von Jürgen Domian outete.

Benny – so nannte er sich selbst – wollte einige Dinge klarstellen. Er habe die Seite aus Frust nach dem „Spiel gegen Aue gemacht. Da kam mir die Idee, ein paar Anreize zu setzen, um die Spieler darauf hinzuweisen, dass das in dieser Form nicht geht, sich so lasch zu präsentieren, dass man nicht kämpft, nicht läuft und den letzten Willen nicht zeigt.“

Es sei nicht seine Intention gewesen, dass zu Körperverletzung aufgerufen wird. Das machte er auch auf der Seite deutlich, als User Pezzoni rieten, die Stadt zu verlassen. Der FC-Profi hatte daraufhin beim Verein um seine Vertragsauflösung gebeten. Unter anderem, weil ihm vor der Wohnung am vorvergangenen Dienstag fünf Leute aufgelauert und ihn bepöbelt hätten.

Auch da weiß der Facebook-Mobber Einzelheiten: „Gewalt gab es da keine, das kann ich bezeugen, denn ich kenne die Jungs. Aber einen Zettel am Auto.“ Auf dem soll gestanden haben: „Pezzoni, verlass die Stadt oder wir ficken dich.“

Wie unsäglich die ganze Angelegenheit ist, merkt der mit breitem Kölner Dialekt sprechende Benny nicht. Im Gespräch mit dem Radio-Talker malt der Kölner ein Bild von sich als gewaltbereiter Fan. Man habe schon „Levs weggewichst und Gladdys“ (Anhänger von Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach, d. Red.).

„Ich war entsetzt, wie unzugänglich er für meine Argumente war. Und ich war geschockt, wie normal er mit Gewalt umgeht“, sagte Domian zum EXPRESS. Der Anrufer erzählte Domian, dass er Stadionverbote gehabt hätte und Vorstrafen.

„Von Stadionverboten wissen wir nichts“, sagt der erstaunte Fan-Sprecher Rainer Mendel. „Er war bislang ein unbeschriebenes Blatt, was den Fußball angeht.“ Er sei seit 2005 Mitglied, habe aber im letzten Jahr den Beitrag nicht bezahlt, außerdem gebe es noch Außenstände wegen Kartenbestellungen.

Im Gespräch mit dem EXPRESS ändert der 21-Jährige dann auch seine Darstellung. „Da ist wohl wegen der Aufregung einiges Durcheinander gekommen.“ Vorstrafen habe er keine, Stadionverbote auch nicht. Bei Schlägereien will er auch nicht dabei gewesen sein.

Und der ganze Wirbel geht ihm plötzlich nah. „Ich war mir über die Tragweite der Aktion nicht im Klaren.“ Nun ahnt er, was auf ihn zukommt. „Ich denke ein Stadionverbot und einen Vereinsausschluss“, sagt der junge Mann. Womit er richtig liegt. Auch strafrechtliche Konsequenzen drohen.

Der EXPRESS unterstützt die Fan-Aktion „Für den Verein, gegen Gewalt“. Hier mehr zur Fan-Aktion!