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Gegen Bengalo-Attacken: Eiserner Vorhang gegen Pyro-Fans?

Das Skandalspiel von Düsseldorf wurde für sieben Minuten unterbrochen, weil Bengalos gezündet wurden. In Zukunft sollen dann Vorhänge den Fans im Gästeblock die Sicht versperren.

Das Skandalspiel von Düsseldorf wurde für sieben Minuten unterbrochen, weil Bengalos gezündet wurden. In Zukunft sollen dann Vorhänge den Fans im Gästeblock die Sicht versperren.

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dpa

Köln -

„Mobiler temporärer Ausschluss“ – das könnte in Zukunft bei Auswärtsspielen die Fans in den Gästeblöcken treffen: Wenn dort Pyrotechnik gezündet wird, soll ein Vorhang herabfahren und ALLEN Fans im Gästeblock die Sicht versperren.

Diesen Vorschlag bringt jetzt Polizeioberrat Volker Lange in die zuständigen Gremien ein – beim 1. FC Köln, bei der Stadt und bei der DFL. Lange ist Einsatzleiter der Polizei bei den Heimspielen des FC. Und er hat die Fackeln dicke.

Fast 90 Prozent der Pyro-Attacken gehen vom Gästeblock aus. Das eigene Stadion wird in aller Regel nicht beschmutzt. Daher soll auch nur der Gästeblock den Vorhang kriegen. „Es kann nicht sein, dass 20, 30 oder 60 als Fußballfans getarnte Idioten 40 000 Fans das Spiel vermiesen“, führt Lange aus.

Durch den geplanten Vorhang würde auch den friedlichen Fans die Sicht versperrt – mit Absicht: „Wir wollen, dass so Druck auf die Pyrotechniker ausgeübt wird, den Feuermist zu lassen.

Es geht um den Aufstand der Anständigen. Wie beim letzten FC-Spiel, wo die friedlichen Fans die Pyrotechniker der Ultras ausgebuht und der Polizei applaudiert haben.“

Der feuerfeste Vorhang soll zwischen Spielfeldrand und Gästeblockzaun an zwei Stahlschienen herabgelassen werden, etwa 30 bis 40 Meter von den Fans entfernt. Innen und außen soll er eine durchgestrichene Fackel zeigen. Köln könnte Pilotprojekt für alle anderen Bundesliga-Stadien sein.

„Wir haben den Dialog lange genug angeboten, aber die ausgestreckte Hand des Dialogs kann auch zur Faust werden“, sagt Lange. „Pyrotechnik hat im Stadion nix zu suchen. Das müssen endgültig alle begreifen. Da sind wir ganz eisern.“

Hans Rütten, Chef der Kölner Sportstätten, ist begeistert vom Vorhangprojekt: „Das ist eine ausgezeichnete Idee. Die Leute müssen spüren, dass ihr Fehlverhalten Konsequenzen hat. Wir wollen das umsetzen.“