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„Hart aber Felix“: Mehr Tor-Lust: Keine Punkte bei 0:0-Spielen!

Felix Magath Japan

Meistertrainer Felix Magath (62) schreibt jede Woche exklusiv im EXPRESS.

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imago/Metodi Popow

Die DFB-Pokal-Viertelfinal-Spiele in der vergangenen Woche boten die Unterhaltung, die so manch einer Bundesliga-Partie meistens fehlt.

Viermal erfrischend offensiver Fußball und Leidenschaft statt gepflegter Liga-Langeweile. Diese Begegnungen hatten richtig Würze. Bedingt wird diese doch wesentlich mitreißendere Spielweise natürlich durch das K.o.-System.

Langeweile im Meisterschaftskampf

Es gab schon mehrmals Stimmen, die sich in der Bundesliga angesichts der vorherrschenden Langeweile im Meisterschaftskampf solche Alles-oder-nichts-Spiele im Kampf um den Titel wünschen.

Ein Playoff-System, ähnlich wie im Eishockey oder beim Basketball würde die Meisterschaft sicherlich in der Endphase noch einmal richtig interessant machen.

Allerdings ist ein Titel, den eine Mannschaft nach 34 Spieltagen errungen hat, in der Tat der ehrlichste. In einem einzigen K.o.-Duell können so viele Faktoren den Ausschlag geben: verletzte Spieler, Schiedsrichter-Fehlentscheidungen oder einfach ein schlechter Tag. Schon ist der Titel weg.

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, um die Langeweile zu reduzieren. Wenn die Mannschaften schon nicht gewinnen wollen und taktieren, dann müssen Anreize gesetzt werden, dass sie gewinnen müssen.  Eine Änderung der Punktvergabe wäre eine Idee.

Für ein 0:0 sollten keine Punkte in der Tabelle vermerkt werden, das wäre belebend. Bei anderen Remis gäbe es wie gehabt einen Punkt, aber so wären die Vereine angehalten, Tore zu schießen, statt nur auf eine stabile Defensive zu achten. Bei Siegen gibt es wie gehabt drei Zähler.

Die DFL denkt ja über verschiedene Reformen nach, um international wettbewerbsfähig zu bleiben und die TV-Einnahmen zu erhöhen.

Grundsätzlich ist es ja gut, dass man sich Gedanken macht. Das jedoch zulasten der Amateur-Klubs im Pokal durchzuführen, nimmt dem Wettbewerb den Reiz. Noch heute ist das Pokal-Wunder von Vestenbergsgreuth gegen Bayern allen ein Begriff.

Warum die Probezeit?

Die Liga sollte lieber in anderen Bereichen Innovationsbereitschaft zeigen. Mit der Einführung der Torlinientechnik hat man sich lange unnötig schwergetan. Nun wurde zwar beschlossen, sich zur Testphase des Videobeweises zu bewerben. Warum jedoch eine zweijährige Probezeit nötig sein soll, erschließt sich nicht. Das riecht doch nach einer weiteren Verzögerungstaktik.

Andere Sportarten sind in diesen Bereichen schon viel weiter. Und dann bleiben da die allgemeinen Strukturprobleme des deutschen Fußballs wie das starre Festhalten an der 50+1-Regel. Nur durch den Einstieg von Investoren werden kleinere Vereine die Lücke zu den wohlhabenderen Klubs schließen können. Und nur so kann vielleicht eine echte Konkurrenz zum FC Bayern geschaffen werden.