Sogar der sonst eher zurückhaltende Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp geriet ins Schwärmen: „Köln war sehr aktiv, die haben richtig gut gespielt.“
6:1 gegen den Tabellenvierten aus Nürnberg! Bei den Kölner Haien ist endlich wieder Licht am Ende des Tunnels. Trainer Bill Stewart ist nach zuletzt neun Punkten aus vier Spielen zufrieden.
In der Tabelle rücken die Haie richtig ran an die Teams im Kampf um Platz 6 (direkte Playoff-Qualifikation). Neuzugang Jon Landry (26) schlug in der Verteidigung gleich voll als Verstärkung ein, und die Verletzung von Kapitän Mirko Lüdemann erwies sich als nicht so dramatisch.
Fassen wir das also alles zusammen, so heißt das am Donnerstag: Dreimal Haie, alaaf! Um 20 Uhr steigt die große KEC-Sitzung im Hotel Pullman, der Hofburg des Kölner Dreigestirns. Mit dabei: die Paveier, Knallkopp, die Stroßefäjer, Guido Canz, Blötschkopp, die Räuber, Bernd Stelter, die Bläck Fööss , Brings und die Kölschfraktion.
Über 1000 jecke Fans werden mit den Haie-Spielern bis in die frühen Morgenstunden feiern, darunter auch Ex-FC-Manager Andreas Rettig (jetzt Augsburg). Erstmals seit langer Zeit haben die Profis spielplantechnisch die Möglichkeit, dabei zu sein. Erst am Sonntag müssen sie wieder in Hannover auf dem Eis antreten.
Der Schweizer Lars Weibel freut sich auf die Sause: „Wir feiern in der Schweiz auch gerne Fasching. Allerdings mit großen Masken, so dass einen ja keiner erkennt. Hier ist das ja etwas anders. Aber ich will mich schon als etwas recht Blödes verkleiden. Vielleicht male ich mich komplett blau an und gehe als Krampfader.“
Lüdemann ist auch schon ganz aufgeregt, er hat sich in den letzten Jahren als Karnevalist bewährt, ist Mitglied des Vereins Goldene Jungs e.V. „Die Haie-Sitzung wird bestimmt prima. Und danach geht es wieder mit Volldampf Richtung Platz sechs. Denn wir treten in den kommenden Spielen gegen die direkten Konkurrenten Hannover und Ingolstadt an. Da wollen wir dranbleiben.“Neuzugang Jon Landry: Raus aus dem Haie-Maul, rein in die Playoffs. Und KEC-Kapitän Lüdemann (u.) ist nicht schwer verletzt.
Jetzt geht es am Freitagabend im letzten Vorrundenspiel gegen Iserlohn um alles. Die Kölner Haie verloren Dienstag 0:1 in Mannheim und konnten nicht wie erhofft die Playoff-Teilnahme um die Deutsche Eishockeymeisterschaft perfekt machen.
Es müssen Punkte her: Noch haben es die Haie selber in der Hand. Geht es aber Dienstag bei den Adlern schief, wird schon das Freitagsspiel gegen den direkten Kontrahenten Iserlohn zur ultimativen Nervenschlacht.
Die Kölner Haie unterlagen 3:4 nach Penaltyschießen bei den Hamburg Freezers, bleiben aber auf dem wichtigen zehnten Platz.