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Bitteres EM-Aus: Löws Plan mit Kroos ging nach hinten los

Schlusspfiff in Warschau: Ein enttäuschter Toni Kroos neben jubelnden Italienern.

Schlusspfiff in Warschau: Ein enttäuschter Toni Kroos neben jubelnden Italienern.

Foto:

dapd

Warschau -

Über diesen Löw-Plan wird Fußball-Deutschland noch lange rätseln und diskutieren: Überraschend hatte der Bundestrainer den Münchner Toni Kroos im EM-Halbfinale gegen Italien in die Startelf beordert!

„Mit Toni Kroos wollten wir die Zentrale stärken gegen Pirlo und De Rossi“, erläuterte Joachim Löw nach der 1:2-Pleite sein Vorhaben, das krachend gescheitert war.

„Klar, das war der Plan. Die Italiener sind ja auch im Zentrum stark mit Pirlo und den beiden Sturmspitzen“, bemerkte Lukas Podolski: „Darum haben wir versucht, im Zentrum dicht zu machen. Nach dem Spiel ist man dann immer schlauer.“

Durch den zusätzlichen Mann in der Mittelfeld-Zentrale musste Jérome Boateng die rechte deutsche Abwehrseite quasi allein beackern. Und beide Treffer des italienischen Stars Mario Balotelli wurden auf dieser Seite eingeleitet, Mats Hummels musste vor dem 0:1 weit aus dem Abwehrzentrum herausrücken.

„Man hat an der Entstehung der Gegentore gesehen, dass sie vermeidbar waren“, sagte der 22 Jahre junge Kroos selbst nach seinem ersten EM-Spiel von Beginn an. „Wenn man 0:2 zur Halbzeit zurückliegt, ist es sehr schwer. Wir haben alles gegeben. Man hat gesehen, dass wir auch gegen eine tiefstehende Mannschaft unsere Möglichkeiten hatten. Im Endeffekt hat es nicht gereicht.“

„Bis zum 0:1 war das Spiel völlig ausgeglichen. Nach dem Gegentor sind wir nicht mehr ins Spiel gekommen“, schilderte Löw die Verwirrung im deutschen Spiel, für die auch er mit seinen taktischen Vorgaben gesorgt hatte. „Zwangsläufig mussten nach der Pause die Wechsel folgen. Wir mussten alles riskieren, mit neuen Spielern alles versuchen“, meinte der Bundestrainer.

Mit der Hereinnahme von Kroos wollte er die größte italienische Stärke ausschalten. Podolski konnte es ein Stück nachvollziehen: „Klar, wollen wir in jedem Spiel unsere Stärken durchbringen. Wir müssen uns aber auch ein bisschen am Gegner orientieren.“

Der Plan ging nicht auf. „Ja, es ist bitter, auch ärgerlich“, meinte Teammanager Oliver Bierhoff. Am Anfang wäre es noch ein Überraschungseffekt gewesen, meinte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Wir haben es nicht geschafft, in Führung zu gehen, dann wäre es anders gelaufen.“