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36 Tage nach EM-K.o: Löw greift wieder an

Abgang: Joachim Löw nach dem EM-K.o.

Abgang: Joachim Löw nach dem EM-K.o.

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dpa

Köln -

Jogi Löw greift wieder an. 36 Tage nach dem bitteren EM-Aus im Halbfinale gegen Italien hat der Bundestrainer nach unseren Informationen wieder seine Amtsgeschäfte übernommen.

Bereits am Donnerstag telefonierte der 52-Jährige mit seinen wichtigsten Mitarbeitern. Und startete die Planungen für das Testspiel in Frankfurt gegen Argentinien (15. August) mit dem Weltstar Lionel Messi.

In den Gesprächen machte Löw deutlich, dass er trotz der scharfen Kritik nach dem Aus gegen Italien keine Kurskorrektur vornehmen wird. Bestärkt wurde er dabei von Wolfgang Niersbach, mit dem sich Löw bereits am 5. Juli in Stuttgart traf. Auch der DFB-Präsident erklärte in dem Vier-Augen-Gespräch, dass er Löw auf seinem Weg bedingungslos folgen werde.

Mit neuer Kraft will Jogi nun sein Ziel WM-Titel in Brasilien in Angriff nehmen. Der Großteil des EM-Kaders wird zusammenbleiben. Lediglich die Hierarchie im Team wird neu geordnet. Schlüsselspieler wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger haben an Autorität verloren, Sami Khedira läuft den Münchnern immer mehr den Rang ab. Neben dem Real-Star hat sich auch Keeper Manuel Neuer in der Rangordnung nach oben gekämpft.

Löw wird bereits nächste Woche in Frankfurt erwartet. Eine Woche später versammelt er in Frankfurt seine Spieler wieder um sich. Es wird eine sportliche Aufarbeitung der EM geben. Aber nicht nur für seine Jungs...

Dass sich einen Tag nach der Niederlage gegen Italien jemand in Warschau in sein Hotelzimmer schlich, um seine blauen Glückspullover im Abfalleimer zu fotografieren, hat der Bundestrainer mit Entsetzen wahrgenommen. Er habe sogar an rechtliche Schritte gedacht. Dass man ihn sogar bis auf sein Hotelzimmer verfolge, sei ein Tabubruch gewesen, den es so nicht nie gegeben habe in seiner Ära.

Auch die polemischen Kritiken haben ihn erstaunt. Von „Weicheiern“ und verwöhnten Millionenstars war die Rede. Auch beim DFB wurden Stimmen laut, die murrten, dass nun endlich Schluss damit sein müsse, dass Özil & Co. bei der Nationalmannschaft ein Luxusleben genießen.

Löw, so heißt es, lässt sich aber von solchen Stimmen nicht beirren. Er wird den Spielern weiter ein hochprofessionelles Umfeld bieten, wie es auch bei anderen Nationen längst Standard ist.