Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

28 mal Gold gefordert: Medaillenziel bei Olympia weit verfehlt

DOSB-Präsident Thomas Bach (r.) und Missionsleiter Michael Vesper im Gespräch.

DOSB-Präsident Thomas Bach (r.) und Missionsleiter Michael Vesper im Gespräch.

Foto:

dapd

London -

Jetzt ist es endlich raus! Erstmals musste das Bundesinnenministerium die Zielvereinbarungen zwischen dem Olympischen Sportbund und den Fachverbänden veröffentlichen. Und die Zahlen sind erschütternd.

Insgesamt 86 Medaillen wurden angestrebt, davon 28 aus Gold. Die Realität ist niederschmetternd: Das 391-köpfige deutsche Team brachte es nach 241 der 302 Entscheidungen lediglich auf 38 Medaillen, davon zehn in Gold. In Peking 2008 gab es insgesamt 41 Medaillen.

„Es handelt sich hierbei um Ziele, auf die sich jeder einzelne Sportfachverband mit dem DOSB zu Beginn des olympischen Zyklus vor vier Jahren verständigt hat“, teilte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper mit. Die Zahlen als „konkrete Medaillenplanwirtschaft“ zu interpretieren, „wäre naiv und ginge an der Sachlage vorbei“.

Unter anderem wurde vor vier Jahren mit einer Goldmedaille im Handball und Fußball spekuliert, die Schwimmer sollten acht Medaillen holen. Die Handballer und Fußballer waren gar nicht dabei, die Schwimmer soffen ohne Edelmetall ab.

Nur im Tischtennis und im Kanu wurden die vereinbarten Ziele auch geschafft. In allen anderen Sportarten wurden die Hoffnungen auf große Erfolge zumeist weit verfehlt.

Nach Olympia beginnen die Aufräumarbeiten. Und das könnte Folgen haben für die Athleten. Schließlich kassieren sie nur dann auch kräftig Sportförderung, wenn sie Erfolge nachweisen können.