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1:3 gegen Argentinien: Jetzt ist bei Jogi Feuer unterm Dach

Argentiniens Lionel Messi dreht nach seinem Tor zum 0:2 jubelnd ab, die deutschen Abwehrspieler Marcel Schmelzer und Holger Badstuber schauen bedröppelt.

Argentiniens Lionel Messi dreht nach seinem Tor zum 0:2 jubelnd ab, die deutschen Abwehrspieler Marcel Schmelzer und Holger Badstuber schauen bedröppelt.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Frankfurt/Main -

Der blaue Arztkoffer stand auf der Seitenlinie. Jogi Löw bemerkte das gute Stück nicht, er hatte seine Augen aufs Spielfeld gerichtet. Plötzlich kam er ins Straucheln. Es war eine Szene am Rande, die man getrost als Beweis für folgende These anführen kann: Es läuft nicht rund bei Jogi und seinen Jungs.

Sieben Wochen nach dem bitteren EM-K.o. gegen Italien wurde die DFB-Elf von Argentinien mit 1:3 verprügelt!

„Wir haben defensiv einfach große Probleme, Argentinien hätte vier, fünf Tore schießen können. Da muss man grundsätzliche Überlegungen anstellen“, schimpfte Ex-Nationalspieler Oliver Kahn. „Denn nach der blutleeren Leistung gegen Italien hat man heute wieder drei Tore kassiert.“

Klar. Da stand bei den Gauchos der beste Spieler des Planeten auf dem Rasen. Messi, der Zauberfloh, der bei jeder Ballberührung mit einem Raunen aus dem Publikum begleitet wurde.

Natürlich fehlten im deutschen Team fünf Stammspieler. Und dann gab es ja noch diesen Schreckmoment in der 30. Minute. Die deutsche Abwehr hatte mal wieder im Tiefschlaf gesteckt, Keeper Ron-Robert Zieler fällte Jose Sosa und Schiri Jonas Eriksson verhängte die Höchststrafe. Elfmeter und Rot für Zieler.

Natürlich trat Messi an zum Elfmeter, Marc-André ter Stegen machte sich groß, ter Stegen hielt und wurde als neuer Elfmetertöter gefeiert. Aber eine Stunde in Unterzahl kann man gegen solch eine Klassemannschaft nur schwer bestehen. Und es folgten schlimme Prügel!

Ausgerechnet der bis dahin starke Sami Khedira leitete mit einem Eigentor die Pleite ein. Und weil Messi noch einen dieser magischen Momente hatte und mit einem Linksschuss den zweiten Treffer machte, war die Partie bereits nach 52 Minuten entschieden. Di Marias Wunderschuss aus 30 Metern besiegelte das Debakel.

„25 Minuten hat mir das gut gefallen“, sagte Löw. „Nach der Roten Karte haben wir gegen ballsichere Argentinier taktische Fehler gemacht. Die wurden bestraft. Aber es gab keinen Spieler, der nicht gewollt hat.“

Mit dieser Defensive kann Löw nie einen Titel holen. Ob Hummels oder Boateng – irgendeiner hat immer einen Riesenklops in seinem Repertoire.

Die Offensive kombinierte teilweise gefällig. Vor allem Marco Reus zeigte eindrucksvoll, was für Qualitäten in ihm stecken. Aber es fehlten die Kaltschnäuzigkeit und die Geilheit, die Großchancen auch zu verwerten. Kleine Ausnahme war der Flugkopfball von Höwedes zum 1:3 als Trostpflaster.

Die Fans feierten ihr Team – selbst ein Flitzer wurde freundlich begrüßt. Fazit: Nach Löws Brandrede folgte der verpatzte Neustart. Jetzt ist bei Jogi Feuer unter dem Dach!