Wenn es nicht klappt mit dem Kinderwunsch, dann setzen sich die meisten Paare unter Druck: Wir müssen viel öfter zusammen ins Bett, sonst wird das nichts mit dem ersehnten Nachwuchs. Aber auch umgekehrt wird ein Schuh draus: Unfruchtbar durch ZU VIEL Sex.
Das klingt seltsam, es gibt aber eine hochseriöse, medizinische Erklärung: Viel Sex – und das ohne Kondom mit häufig wechselnden Sexualpartnern – ist ein wesentlicher Risikofaktor für sexuell übertragbare Krankheiten. Eine der häufigsten: Aufsteigende Chlamydien-Infektionen, die unfruchtbar machen.
„Chlamydien führen sehr schnell zu Verklebungen und Verwachsungen der Eileiter“, weiß Prof. Friedrich Wolff, Chefarzt der Frauenklinik am Krankenhaus Köln-Holweide. „Bei wiederholten aufsteigenden Genitalinfektionen ist die Fruchtbarkeit stark gefährdet.“
Höchstes Risiko zwischen 18 und 30
Zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr besteht aktuellen Studien zufolge das höchste Risiko. In Großstädten fangen sich mehr Menschen Chlamydien ein als auf dem Land, stark verbreitet sind sie unter Studenten - und in der Pornoszene.
Porno-Star Jennifer Case prangerte pornosüchtige Männer an und schilderte 2011 sehr traurig und emotionslos, wie sie sich wegen ständiger Chlamydien-Infektionen kaum noch zu Dreharbeiten schleppen konnte.
Denn auch schon ehe es zu Verwachsungen (und damit Fruchtbarkeitsproblemen kommt) kann sich die - nicht meldepflichtige! - Erkrankung melden, diffus durch Krämpfe, Regelschmerzen.
„Junge Frauen, die an sich schwanger werden müssten und bei denen es dann nicht klappt, sollten immer auch an Chlamydien denken“, rät Prof. Wolff.
„Mädchen und junge Frauen bis 25 sollten jährlich einen Test auf Chlamydien machen, den zahlen sogar die Kassen“, sagt Heidrun Nitschke, Leiterin der Beratungsstelle für sexuell übertragbare Krankheiten bei der Stadt Köln.
In jungen Jahren setzen sich die Unfruchtbarkeits-Bakterien aufgrund des noch nicht so abwehrstarken Schleimhautmilieus besonders leicht fest. Bei positivem Abstrich sollten sich beide Partner mit Antibiotika behandeln lassen. Viel Sex mit demselben Mann ist dann unproblematisch. Das „Auswärtsrisiko“ bleibt.
Ärztin Nitschke: „Je mehr Sexpartner, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf jemanden treffen, der etwas hat.“
Erster Ansprechpartner ist immer der Frauenarzt. Er wird (bei jungen Frauen bis 25 Jahren auf Kassenkosten) einen Abstrich am Muttermund machen und auf Chlamydien untersuchen.
Der Bluttest auf Chlamydien kann über Jahre positiv bleiben, auch nach erfolgreicher Behandlung. Er stellt deswegen KEINEN Grund für eine Behandlung dar!
Immer wieder samstags kommt der Sex!
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