Was besagt der Pearl-Index?
Die Sicherheit, durch Geschlechtsverkehr unter Anwendung von Verhütungsmethoden nicht schwanger zu werden, kann man nach der Formel von Raymond Pearl, dem sogenannten Pearl-Index, beurteilen. Nach dieser Formel berechnet man die Zahl der ungewollten Schwangerschaften unter Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode pro 1.200 Anwendungsmonate beziehungsweise 100 Frauenjahre (demnach wenden 100 Frauen die Methode zwölf Monate lang an). Dabei gilt: Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer die Methode. Wir zeigen die Verhütungsmethoden im Überblick.
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1. Kondom
Das Kondom zählt zu den Klassikern der Verhütungsmethoden. Wie sicher es ist, hängt stark von der richtigen Anwendung ab! Von 100 Frauen werden 2 bis 12 innerhalb eines Jahres trotz Kondom schwanger.
Fazit: sicher bei korrekter Anwendung (Pearl-Index: 2 - 12)
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2. Antibabypille
Die Antibabypille bietet bei regelmäßiger Einnahme einen sehr sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft, indem sie den Eisprung mithilfe von Hormonen unterdrückt. Weniger als eine von hundert Frauen, die die Pille nehmen, wird innerhalb eines Jahres schwanger.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,1 - 0,9)
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3. Minipille
Die Minipille enthält das Hormon Gestagen in geringer Konzentration. Die Minipille verändert die Gebärmutterschleimhaut und den Schleim im Gebärmutterhals. Spermien können dadurch nicht mehr in die Gebärmutter eindringen.
Fazit: sicheres Verhütungsmittel (Pearl-Index: 0,5 - 3)
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4. Depotspritze
Für Frauen, die die Pille öfter vergessen, könnte die Depotspritze (Dreimonatsspritze) eine Alternative darstellen. Dabei injiziert der Arzt alle drei Monate ein Gestagenpräparat in den Gesäß- oder Oberarmmuskel.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,3 - 0,88)
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5. Verhütungsring
Eine weitere hormonelle Verhütungsmethode ist der Verhütungsring. Der Vaginalring besteht aus flexiblem Material und kann von der Frau einmal im Monat selbst in die Scheide eingeführt werden.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,4 bis 0,65)
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6. Hormonimplantat
Wer ein Hormonimplantat in seinem Oberarm trägt, muss sich im Idealfall für die nächsten drei Jahre keine Gedanken um eine mögliche Schwangerschaft machen.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0 - 0,08)
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7. Verhütungspflaster
Ein Verhütungspflaster enthält Hormone und hat eine Wirkungsdauer von einer Woche. Es kann auch unter enger Kleidung getragen werden, da es sehr dünn ist.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,72 - 0,9).
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8. Spirale
Eine Spirale (Intrauterinpessar) ist drei bis vier Zentimeter lang und besteht meist aus einem kleinen T-förmigen Plastikkörper, dessen senkrechter Verlauf mit Kupfer umwickelt ist. Spiralen können drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben.
Fazit: sicher (Pearl-Index: 0,9 - 3), Sicherheit abhängig vom Kupfergehalt der Spirale und der richtigen Größe
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9. Temperaturmethode
Die Temperaturmethode bedarf viel Genauigkeit und Disziplin. Sie sollte lediglich eine Ergänzung zu anderen Methoden darstellen, wie z.B. der Knaus-Ogino-Methode oder der Billings-Methode.
Fazit: nur in Kombination zu empfehlen (Pearl-Index: 0,8 - 3)
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10. Billings-Methode
Bei der Billings-Methode untersucht die Frau täglich ihren Gebärmutterschleim, der sich im Laufe des Menstruationszyklus verändert, um so den Eisprung zu ermitteln, und notiert ihre Ergebnisse sorgfältig. Die Billings-Methode sollte nur eine Ergänzung zu anderen Methoden der natürlichen Empfängnisverhütung (z.B. Temperaturmethode) sein.
Fazit: nur in Kombination zu empfehlen (Pearl-Index: 5)
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11. Verhütungscomputer
Verhütungscomputer (Zykluscomputer) sind keine Verhütungsmethode, sondern helfen dabei, die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Dies geschieht zum Beispiel durch Temperaturmessung oder Hormonbestimmung im Urin.
Fazit: Sicherheit abhängig von den Methoden, die der Computer unterstützt (Pearl-Index: 2 - 5)
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12. Frauenkondome
Frauenkondome haben den Vorteil, dass sie – wie auch herkömmliche Kondome – Schutz vor Geschlechtskrankheiten bieten. Das Frauenkondom ist ein weicher Schlauch aus Polyurethan oder Latex, der in die Vagina eingeführt wird und diese wie eine zweite Haut auskleidet.
Fazit: sicher bei korrekter Anwendung (Pearl-Index: 5 - 21)
13. Diaphragma
Ein Diaphragma (Scheidenpessar) besteht aus einer elastischen Membran aus Latex oder Silikon. Der Arzt bestimmt zu Beginn die Größe des Diaphragmas; die Frau kann sich dieses selbstständig einführen.
Fazit: sicher bei korrekter Anwendung (Pearl-Index: 1 - 20), mithilfe von Spermiziden kann die Sicherheit erhöht werden!
14. Knaus-Ogino-Methode
Bei der Knaus-Ogino-Methode (Kalendermethode) berechnet die Frau in einem Zeitraum von mindestens einem Jahr ihren voraussichtlichen Eisprung. Dabei zeichnet sie in einem Menstruationskalender die Zyklustage auf. Die Knaus-Ogino-Methode gilt als sehr unsicher, da es vielfältige Gründe für außergewöhnliche Zyklusschwankungen geben kann.
Fazit: nicht zu empfehlen (Pearl-Index: 9)
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15. Scheidenspülung
Die Spermien mit einer Scheidenspülung beseitigen? Diese Methode sollten Sie vergessen, denn sie ist mehr als unsicher. Fast ein Drittel von hundert Frauen, die diese Methode anwenden, wird innerhalb eines Jahres schwanger!
Fazit: nicht zu empfehlen (Pearl-Index: 31)
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16. Spermizide
Spermizide sind chemische Mittel, die Spermien abtöten, ihr Eindringen verhindern oder in ihrer Beweglichkeit beeinflussen. Die alleinige Verwendung von Spermiziden ist nicht sehr sicher.
Fazit: nur in Kombination zu empfehlen (Pearl-Index: 3 - 21)
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17. Stillzeit
Viele Frauen bekommen während der Stillzeit keinen Eisprung und werden daher nicht schwanger. Es ist jedoch nie genau vorherzusagen, wann der erste Eisprung nach der Entbindung stattfindet. Daher gilt diese Methode als unsicher.
Fazit: nicht zu empfehlen (Pearl-Index: nicht bekannt)
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18. Sterilisation
An eine Sterilisation sollten Frauen erst denken, wenn sie ganz sicher ist, keine Kinder mehr bekommen zu wollen. Eine hunderprozentige Sicherheit gibt es nie, aber die Sterilisation der Frau gilt als sehr sichere Verhütungsmethode.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,2 - 0,3)
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19. Sterilisation
Auch der Mann kann über eine Sterilisation nachdenken, wenn seine Familienplanung bereits abgeschlossen ist.
Fazit: sehr sicher (Pearl-Index: 0,1 - 0,3)
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20. „Pille danach“
Die „Pille danach“ dient nur als Verhütungsmittel im Notfall – nämlich dann, wenn die eigentliche Verhütungsmethode versagt hat (z.B. wenn das Kondom gerissen ist). Das Hormonpräparat ist verschreibungspflichtig.
Fazit: nur für den Notfall (Pearl-Index schwankt je nach Art der Pille)
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21. Enthaltsamkeit
Hundertprozentigen Schutz vor einer Schwangerschaft bietet nur eine Methode: Enthaltsamkeit! Zum Glück stehen heutzutage viele verschiedene Mittel und Wege zur Verfügung, um das Risiko nahezu auf null zu senken. Auf Sex verzichten müssen Sie daher nicht!
Fazit: sicher – aber keine Alternative!
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