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Elaine fragt: Ist es normal, dass ich schwer erregbar bin und an den Brüsten wenig spüre?

Ist es normal, dass ich nicht so leicht erregbar bin und an den Brüsten wenig spüre?
Ist es normal, dass ich nicht so leicht erregbar bin und an den Brüsten wenig spüre?
Foto: False Positives | flickr.com

Hallo Beatrice!
Ich (17) bin jetzt seit über einem Monat mit meinem Freund (18) zusammen und wir sind beide in unserer ersten Beziehung und noch Jungfrauen. Ich fühle mich absolut wohl mit ihm und er respektiert meine Gefühle und mein Tempo und schon allein wenn wir nur kuscheln und uns küssen, werde ich enorm feucht. Wir gehen eigentlich bei jedem Mal weiter mit dem, was wir tun, aber wegen einer Sache fühle ich mich ziemlich unsicher: Ich weiß wirklich überhaupt nicht, was für Berührungen in meinem Intimbereich und auch an den Brüsten mich erregen, bei der Masturbation alleine bin ich bis jetzt eigentlich nie besonders weit gekommen, immer habe ich müde oder gelangweilt irgendwann aufgehört. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich zu meinem Zimmer keinen Schlüssel hab, aber ein enormes Problem damit, mich ohne Bekleidung ganz zu entspannen. Obwohl ich weiß, dass nach 22:00 Uhr sowieso keiner mehr in mein Zimmer im Keller schaut. Naja, aber manchmal eben doch...!
Und deswegen habe ich Angst, dass ich ihn enttäusche, wenn er mich anfasst, aber ich keine richtige Reaktion zeige. Zumal in Pornos immer alle Mädchen rumstöhnen und schreien wie verrückt. Aber das kann ich einfach nicht... Zum einen, weil ich natürlich nicht gehört werden möchte, zum anderen, weil ich ... mehr sowas wie eine stille Genießerin bin. Ich kann ja auch kein Stöhnen vortäuschen oder so.  Oder vielleicht würde ich ja auch stöhnen, wenn ich entspannt genug wäre und wüsste, wie ich mich anfassen soll. Beziehungsweise wenn er mich richtig anfasst. (Und was, wenn ich beim Stöhnen blöd klinge?)
Ein anderes Problem ist, dass ich an den Brüsten und Brustwarzen nicht so empfindlich bin. Ich meine, ich finde es toll, von ihm dort angefasst zu werden, und er war am Anfang ganz vorsichtig (weil seine Schwester gesagt hat, man soll vorsichtig mit Mädchen umspringen), bis ich ihm zu verstehen gegeben hab, dass ich gerne ein bisschen intensiver angefasst werden möchte - was er auch ganz nett findet ;) Aber egal was er oder ich tun, die allermeisten Berührungen an meinen Brustwarzen merke ich nicht so richtig. Mit der Zunge zum Beispiel spüre ich meistens sehr wenig - wenn er dann zu mir hochkuckt, aber ich einfach keine Reaktion zeigen kann, ist er schon milde enttäuscht. Obwohl ich es durchaus genieße, von ihm auch mit der Zunge berührt zu werden. Daran Knabbern ist allerdings auch keine gute Idee (wissen wir jetzt!), weil sie danach wund werden, obwohl ich dann schon deutlich mehr spüre. Das Lustige ist jetzt aber - manchmal spüre ich manche Bewegungen so intensiv, dass ich sogar merke wie sie in meinem Unterleib ein angenehmes Ziehen auslösen... Wenn er sie z.B. zwirbelt. Aber 1) krieg ich das nicht hin und 2) scheint das ziemlich zufällig zu sein und dann löst dieselbe (oder auch nur eine ähnliche) Bewegungn wieder gar nichts aus. Und durch BH oder T-Shirt hindurch sind auch sanfte Berührungen (seine UND meine) häufiger (und trotzdem nicht immer) sehr angenehm. Wenn ich es ausziehe, dann wieder doch nicht...
Ist es normal, wenn die Brustwarzen so super-unempfindlich sind (und auch hier: im Porno reicht schon ein sanftes Streichen für die bombenartigsten Reaktionen...) oder machen wir einfach beide was falsch? Und warum schaffe ich es überhaupt nicht, bei der Masturbation irgendwas zu erreichen? Nicht mal an dem Tag, an dem ich sturmfreie Bude und sogar Lust dazu hatte... =( Wenn er mich da unten sanft berührt (obwohl ich es noch nicht Petting nennen würde, ich hab ihm bis jetzt zu verstehen gegeben, dass ich noch nicht gaaanz so weit bin), z.B. einfach über den Venushügel streicht, kribbelt das enorm angenehm. 
Ist es normal, dass ich selbst einfach nicht die Macht habe, mich wirklich feucht zu kriegen oder richtig anzufassen? Ich hab das Gefühl, dass alles, was ich mache, was er auch gemacht hat, was eine Reaktion hervorgerufen hat, einfach gar nichts bringt...
Und was soll ich machen, wenn wir wirklich lange brauchen, um herauszufinden, wie er mich untenrum anfassen soll?? Ich hab kein Problem damit, dass er es vielleicht nicht schafft, aber ich hab das Gefühl, dass ihn das unnötig enttäuschen könnte. Und Angst, dass ich erstmal überhaupt nicht zum Orgasmus kommen kann, weil ich das Gefühl hab, dass das bei mir nicht so einfach geht, wie bei anderen Frauen... Für mich wäre das kein Problem, weil ich es einfach schön finde, mit ihm zusammen zu sein, ihn zu berühren und von ihm berührt zu werden. Aber sein Selbstbewusstsein geht doch flöten, wenn er es nicht schafft...
 
*keuch*
So, tschuldigung für die ellenlange Mail! Und danke, dass es jemanden gibt, der einem solche Fragen beantwortet! =)
Liebe Grüße
Elaine (17)
...................................................

Liebe Elaine,
ok, dann wollen wir mal...
Tja, dieses Gefühl, dass jederzeit jemand in dein Zimmer tapsen könnte, kann in der Tat die Erregung ausbremsen. Jedoch frag ich mich auch: Gesteht deine Familie dir nicht zu, dass du eine Sexualität (mit deinem Freund und mit dir selbst) haben darfst? Oder ist die Blockade eher in deinem Kopf?
Und gestehen sie dir keine Privatsphäre zu? In deinem Alter solltest du dieses Recht ja längst haben. Trau dich, darum zu bitten, dass an deiner Zimmertür etwas eingerichtet wird, damit du das Zimmer versperren kannst, z.B. einen Riegel.
Außerdem kannst du, wenn du z.B. Selbstbefriedigung ausprobierst oder mit deinem Freund rummachst, Musik laufen lassen - dann hören sie etwaige Lustgeräusche auf keinen Fall.

Du hast „Angst, dass ich ihn enttäusche, wenn er mich anfasst, aber ich keine richtige Reaktion zeige. Zumal in Pornos immer alle Mädchen rumstöhnen und schreien wie verrückt.“
Oh, diese unseligen Pornos! Sie zeigen euch jungen Leuten so ein ätzend verdrehtes und übertriebenes Bild von Sex! Hier kommt mein fachlicher Rat: Nimm nicht diesen Quatsch als Maßstab - sondern deine eigene Sexualität, das ist DEIN Maßstab. Deine Sexualität ist prima und völlig in Ordnung, das kann ich bereits anhand deiner Mail sehen. Wenn du zu den leisen Genießerinnen gehörst: fein! Steh dazu und mach dir keine Sorgen, dass du vor deinem Freund nicht gut dastehst. Dein Freund liebt dich genauso, wie du bist, und er merkt ja nicht nur anhand von irgendwelchem Gestöhne, dass es dir gefällt, mit ihm rumzumachen. Er merkt es an deinem ganzen Körper, an deiner Anschmiegsamkeit, an der Art, wie du auf seine Berührungen reagierst usw.

„was, wenn ich beim Stöhnen blöd klinge?“
Keine Frau klingt beim Stöhnen blöd. Was meinst du, was ich manchmal für Töne von mir gebe... da muss ich schon fast selber lachen, was da aus meinem Hals kommt. Aber der Mann merkt ja, dass es aus der Lust geboren wird.  :-))

„Ein anderes Problem ist, dass ich an den Brüsten und Brustwarzen nicht so empfindlich bin“
Das ist bei vielen Frauen so, mach dir also keine Sorgen, sondern sag es deinem Freund.
Bei manchen Frauen sind sie erregbarer, wenn der Mann vorher durch Streicheln und Liebkosen anderer Körperstellen eine gewisse leichte Körper-Grunderregung erzeugt.
Und wenn dich das Zwirbeln anmacht, dann ist das doch auch schon was! Die Kunst besteht darin, dass du ein gutes Gespür für deinen Körper entwickelst und in den verschiedenen Situationen erspürst, was dich grade anmachen würde, und das dann deinem Schatz sagst oder signalisierst. Denn unser Körper fühlt sich ja nie gleich an - er fühlt sich je nach Zyklus-Phase und je nach Stimmung (z.B. wach oder müde) anders an und braucht dann auch andere Berührungen/ Liebkosungen.

„Ist es normal, dass ich selbst einfach nicht die Macht habe, mich wirklich feucht zu kriegen oder richtig anzufassen? Ich hab das Gefühl, dass alles, was ich mache, was er auch gemacht hat, was eine Reaktion hervorgerufen hat einfach gar nichts bringt...“
Ja, auch das ist normal. Und zwar weil dein Gehirn deine eigenen Berührungen ja „voraussehen“ kann - und das ist dann längst nicht so aufregend/erregend wie eine Fremdberührung, die man zwar vielleicht zum Teil vorausahnen kann, aber es ist auch viel Unberechenbares dabei.
Was die meisten Frauen einsetzen, um die Eigenberührung erregender zu gestalten, ist der Einsatz ihrer Vorstellungskraft (also z.B. erotische Phantasien).

„Und was soll ich machen, wenn wir wirklich lange brauchen, um herauszufinden, wie er mich untenrum anfassen soll??“
Das macht nichts, wenn es lange dauert. Und ich kann nicht sehen, dass es bei euch lange dauert. Ihr seid doch erst gut einen Monat zusammen! Das ist noch total kurz, im Vergleich dazu, was ihr schon alles voneinander erfahren habt.

„Ich hab ... Angst, dass ich erstmal überhaupt nicht zum Orgasmus kommen kann, weil ich das Gefühl hab, dass das bei mir nicht so einfach geht, wie bei anderen Frauen...“
Bei welchen Frauen? Wieder bei den künstlichen Pornodarstellerinnen? Vergiss es. Die meisten Mädchen in deinem Alter haben Orgasmusprobleme. (Dass das so ist und was du tun kannst, kannst du nachlesen in meinem Orgasmus-Ratgeber „Stöhnst du noch oder kommst du schon“ - 8,99 Euro).

„Für mich wäre das kein Problem, weil ich es einfach schön finde, mit ihm zusammen zu sein, ihn zu berühren und von ihm berührt zu werden. Aber sein Selbstbewusstsein geht doch flöten, wenn er es nicht schafft...“
Ihr zwei Süßen solltet mal realistische Info-Quellen nutzen, was „normale Sexualität“ ist, nicht Pornos. Gib ihm mein o.g. Buch zu lesen, dann checkt er schnell, dass der weibliche Körper kein Sexautomat ist, wo man bloß ein paar Knöpfe bedienen muss. Aber ich nehme an, das hat er zum Teil eh schon selber gecheckt.

Herzlichst
Beatrice Poschenrieder

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