Auf der Severinsstraße tummeln sich noch einige Traditionsgeschäfte. Der EXPRESS hat drei davon besucht und stellt sie vor.
Die Severinstraße steht für Vielfalt und Tradition. Frischer Frisch gefällig? Dann schauen Sie doch mal bei „Fisch-Feinkost Hembsch“ vorbei. Seit 50 Jahren gibt's den Traditionsbetrieb schon. Hinter der Fischtheke steht Jürgen Hembsch (52) - er hat das Geschäft bei Vater und Großvater von der Pike auf gelernt.
„Mein Sohn ist jetzt 21 und hat schon Ambitionen, mir nachzufolgen“, sagt Hembsch stolz.
Neben frischem Meeresstier aus Hamburg oder dem französischen Lyon bietet Hembsch auch viele selbst gemachte Salate an, etwa mit Heringen, Matjes oder Shrimps. Beliebt ist der Mittagstisch. Da gibt's zum Beispiel Fischgulasch mit Kartoffeln (4,50 Euro).
Zur Eröffnung der Severinstraße bietet das Fischgeschäft Vorspeisenteller mit gegrillter Forelle an. „Die Baustelle hat uns viel Kraft gekostet“, sagt Hembsch, „aber jetzt geht es hoffentlich wieder bergauf.“
Es gab Zeiten, da hatten wir an einem Tag 1000 Kunden“, erinnert sich Conni Saitner von der gleichnamigen Bäckerei. Doch mit dem Weggang der Industrie (Stollwerck) wurde das Geschäftsleben auf der Vringsstraße rauer. „Die U-Bahn-Baustelle und der Einsturz des Stadtarchivs haben uns auch schwer getroffen“, sagt Saitner, der das Geschäft von seinem Vater übernahm, „uns steht das Wasser bis zum Hals.“
Die Bäckerei und Konditorei stellt alle Waren selbst her, jede Nacht mit drei Bäckern in der hauseigenen Backstube im Keller des alten Gebäudes. „Ich hoffe auf die Menschen, dass sie wieder bereit sind, für Qualität auch etwas mehr zu bezahlen“, sagt Saitner. Dass er preislich mit Ketten nicht mithalten kann, weiß er.
In unsere Brötchen wird der Schlitz aber noch mit Hand gemacht.“ Stolz ist Conni Saitner auf sein Weihnachtsgebäck – ein echter Hingucker im Schaufenster.
Seit fast fünf Jahrzehnten gibt es die Metzgerei Werner, seit knapp neun Jahren gibt es auch ein Geschäft auf der Severinstraße. „Unser Publikum ist sehranspruchsvoll“, erzählt Filialleiterin Susann Müller,„die erwarten immer eine Top-Qualität bei den Produkten.“
Die Wurstwaren werden etwa immerfrisch aufgeschnitten. Und sie stammen aus eigener Herstellung – 85Prozent wird selbst gemacht. Das Fleisch stammt aus der Eifel.
Besonders zart ist etwa das Färsenfleisch vom Rind. „Hier hat die Kuh noch nicht gekalbt“, erklärt die Fachfrau.
Große Wiedereröffnung der Severinsstraße
Die Severinstraße wird am Wochenende zur Festmeile! Mit dem Motto „Jo, mer künne!“ zeigen die vielen Geschäftsleute, was die Vringsstroß zu bieten hat.
Das volle Programm
Am Samstag und Sonntag feiert die Severinsstraße nach dem Abschluss der Bauarbeiten große Wiedereröffnung mit einem bunten Programm.
Ein ganz besonderes Pflaster
Es war ein Kraftakt, doch das Ergebnis macht richtig was her. Nach rund acht Monaten Bauzeit sind die Arbeiten auf der Severinstraße im Bereich der Südstadt (Severinsbrücke bis Torburg) nun weitgehend abgeschlossen.