Die Brillemuss weg! Dafür entscheiden sich jährlich rund 100 000Menschen in Deutschland und lassen sich operativ ihren Blick wieder schärfen. Sie vertrauen der „refraktiven Augenchirurgie“.
Dieser Begriff umfasst alle chirurgischen Eingriffe, die Fehlsichtigkeiten – überwiegend mit Laser – beheben. Seit 20 Jahren schon korrigieren Mediziner die Brechkraft der Hornhaut mit Laserlicht. Kein Zweifel: Diese Technik ist – zumindest für leichtere bis mittelschwere Kurzsichtigkeit und leichte Weitsichtigkeit – anerkannt und ausgereift.
Bei dieser am häufigsten angewandten Laser-Methode wird die Hornhaut mit einem winzigen Hobel (Mikrokeratom) eingeschnitten und wie ein Buchdeckel aufgeklappt. Dann korrigiert der Laserstrahl das darunter liegende Gewebe. Nach dem Eingriff wird die Hornhautlamelle wieder auf das Auge gelegt und saugt sich dort fest.
Für wen geeignet: Bei Kurzsichtigkeit bis - 8, bei Weitsichtigkeit bis +3 und bei Hornhautverkrümmung bis 5 Dioptrien.
Vorteile: Schnelles und sehr präzises Verfahren. So gut wie keine Schmerzen.
Nachteile: Durch den Hornhautschnitt werden die Nervenfasern in der Hornhaut durchschnitten, das Auge kann, meist nur vorübergehend, trocken werden.
Kosten: ca. 2000 Euro pro Auge.
Statt mechanisch, also mit dem Skalpell, wird das Hornhautdeckelchen mit Hilfe von ultrakurzen Laserimpulsen abgelöst. Das garantiert eine präzisere Schnittführung. Danach wird der Eingriff wie beim LASIK-Verfahren fortgesetzt. Für wen geeignet: alle, für die auch das LASIK-Verfahren in Frage kommt.
Vorteil: Schnittfehler sind praktisch ausgeschlossen.
Nachteil: siehe LASIK.
Kosten: ca. 2500 Euro pro Auge.
Diese Methode ist ein Vorläufer der LASIK und wird häufig bei Patienten angewendet, die keine geeigneten Kandidaten für LASIK sind. Bei dem Eingriff wird mit dem Laser – anders als beider LASIK – die Augenoberfläche direkt behandelt.
Für wen geeignet: bei mäßiger Kurzsichtigkeit bis -6 und bei Hornhautverkrümmung bis zu 3 Dioptrien.
Vorteile: gegen über LASIK keine.
Nachteile: Da mit dem Laser die oberste Schicht des Auges und das darunterliegende Hornhautgewebe abgetragen werden, dauert die Heilung länger und ist unangenehmer als beider LASIK-Methode. Eine Verbesserung der Sehfähigkeit ist normalerweise erst nach ein bis zwei Wochen zu merken.
Kosten: ca. 1600 Euro pro Auge.
Bei der Laser Epithelial Keratomileusis, so der Fachbegriff dieser Methode, wird die oberste Schicht der Hornhaut mit einem Minihobel mit eingebauter stumpfer Klinge gelöst und zur Seite geschoben. Der Chirurg arbeitet dann mit dem Kaltlicht- Laser direkt auf dem äußeren, sehr empfindlichen Bereich der Hornhaut.
Für wen geeignet: bei dünner Hornhaut sowie bei Kurzsichtigkeit bis -8, Weitsichtigkeit bis +4 und Hornhautverkrümmung bis 5 Dioptrien.
Vorteile: Die Hornhaut regeneriert sich selbstständig. Sollten also Schnittkomplikationen entstehen, kann sie sich sozusagen „selbst heilen“.
Nachteile: in den ersten Tagen eventuell Schmerzen, ganz scharfes Sehen erst nach etwa einer Woche.
Kosten: ca. 1800 Euro pro Auge.
Klare Richtlinien für Operateure und der deutsche „LASIKTÜV“ sollen die Qualität weiter steigern. „Trotz hoch entwickelter Techniken und Ergebnissen, die sich gut voraussagen lassen, sollte ein operativer Eingriff gut überlegt sein. Nur wer sich richtig und ausführlich beraten lässt, geht nicht mit überzogenen Vorstellungen zur Operation und wird auch nicht enttäuscht“, sagt Dr. Kaweh Schayan-Araghi, Oberarzt der Augenklinik der Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder in Trier und Mitglied im Bundesvorstand des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands.
Damit Sie wissen, worauf Sie sich bei einer eventuellen Operation einlassen, erklärt der Laser-Spezialist Dr. Schayan-Araghi die am häufigsten angewandten Laser-Verfahren, für wen sie geeignet sind und welche Risiken es dabei gibt.
Nie mehr Brille oder Kontaktlinsen
Die Augenklinik Hohenlind operiert bei Fehlsichtigkeit mit neuester Lasertechnik. Informationen gibt es im Patientenseminar „Laser statt Brille - neueste Femto-Lasik“ am 19. Oktober.
Für fast jeden Sehfehler gibt es Hilfe
Das Auge ist unser wichtigstes Sinnesorgan. Aber: Kaum ein Mensch sieht normal. Ab 60 tragen 94% der Deutschen eine Brille. EXPRESS erklärt die häufigsten Augenprobleme und sagt, was dagegen zu tun ist
Die unsichtbaren Scharfmacher
Brillen beschlagen in der Sauna, versanden am Strand, stören beim Sport und nerven beim Küssen. Diese Probleme haben Kontaktlinsenträger nicht. Deshalb haben sich bisher etwa fünf Prozent der Erwachsenen in Deutschland für „Haftschalen“ entschieden.