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Implantate: Totaler Hörverlust

Selbst bei einem totalen Hörverlust gibt es noch Hilfe
Selbst bei einem totalen Hörverlust gibt es noch Hilfe

Doch diese Geräte stoßen an technische Grenzen bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Gehörverlust, da sie elektrische Signale in hörbare Töne umwandeln müssen.

„Wird ein Mensch ganz taub, und hat er noch funktionstüchtige Hörnerven, helfen nur noch Innenohrimplantate, die den Schall als feinste Vibrationen direkt auf die Gehörknöchelchen oder den Schädelknochen übertragen“, sagt Professor Thomas Grundmann, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohr-Heilkunde in der Asklepios Klinik Hamburg-Altona.

Dabei kommen zwei unterschiedliche Systeme zum Einsatz:

Vollständig implantierte Geräte oder halb implantierte Geräte, bei denen nur der Mini-Prozessor und der Schallüberträger unter der Haut sitzen, während Mikrofon und Batterie in Bereich des äußeren Ohres platziert werden. „Dieses Verfahren hat gewisse Vorteile, weil der Schall von dem im Gehörgang sitzenden Mikrofon nah an den natürlichen Mechanismen empfangen werden kann. Und der zu implantierende Teil hat eine geringere Größe“, sagt Professor Grundmann. Schließlich müssen die einzelnen Teile alle unter der Kopfhaut im Schädelknochen untergebracht werden.

Die Implantate arbeiten nach dem natürlichen Prinzip, übertragen den Schall von außen auf Hammer und Amboss. Sollten dieses fehlen oder durch Krankheit funktionsuntüchtig sein, können auch andere Teile des Mittelohres zum Schwingen gebracht werden, um Schall auf das Innenohr zu übertragen. Professor Grundmann: „Schon während der dreistündigen Operation wird die Funktion des Implantats mehrfach getestet.

Etwa acht Wochen nach der OP werden die Geräte eingeschaltet und dem Patienten vom Audiologen angepasst.“ Die Grundeinstellung und die implantierte Batterie wird bei normaler Nutzung einmal täglich über eine auf die Kopfhaut aufgesetzte Spule etwa eine Stunde lang aufgeladen.

Die Vorteile implantierter Hörgeräte liegen in besserer Klangqualität und differenzierter Spracherkennung, doch für viele hörgeschädigte Menschen sind sie die Lösung der Wahl, weil sie komplett unsichtbar sind.

Prof. Grundmann: „Bei Beginn einer Schwerhörigkeit bleibt das konventionelle Hörgerät die erste Wahl. Erst wenn der Patient damit nicht ausreichend hören kann, sollte geprüft werden, ob ein implantierbares Mittelohrhörsystem sinnvoll ist.“

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