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Leben nach dem Schlaganfall II: "Ich lebe auf einem Pulverfass"

Johannes Reile (50), Bilanzbuchhalter aus Bad Wurzach, Ich hatte schon drei Schlaganfälle.
Johannes Reile (50), Bilanzbuchhalter aus Bad Wurzach, "Ich hatte schon drei Schlaganfälle."

Ich hatte schon drei Schlaganfälle, den ersten mit 40. Als ich eine Stereoanlage aus dem Regal heben wollte, hing der linke Armplötzlich kraftlos und taub herunter wie eine Wurst am Fleischerhaken. Dann merkte ich, dass auch mein linkes Bein nicht so recht wollte. Ich schleppte mich ins Schlafzimmer. Mein Arm fühlte sich wie ein Fremdkörper an. Ich wollte ihn sehen, greifen, spüren.

Meine Frau alarmierte den Notarzt, ich kam ins Krankenhaus. Sieben Wochen Reha, dann war ich wieder einigermaßen ok. Das kommt nie wieder, hatte mir der Arzt noch gesagt.

Trotzdem kaufte ich mir ein Handy für Notfälle. Als ich fünf Jahre später auf dem Fußballplatz zusammensackte, hat es mir nichts genützt. Ich konnte weder sprechen noch schreiben noch gehen. Dieses Mal erholte ich mich nicht mehr so gut. Das Schlucken bereitete mir Probleme, Essen und Trinken waren eine Qual. Was habe ich mich dann gefreut, als ich wieder zu Hause war, das erste Mal mit meinem Hund Gassi gehen konnte.

Doch plötzlich diese Sehstörungen. Der dritte Schlaganfall, nur 18 Stunden nach Entlassung aus der Reha. Heute fühle ich mich wieder fit, mache Halbmarathons im Nordic-Walking, spiele Tennis, fahre lange Strecken Rad. Denn Sport ist für mich alles. Woran es liegt, dass ich so krank geworden bin, weiß ich immer noch nicht genau, denn ich habe nie geraucht, höchstens mal ein Bier mit meinen Fußballkumpels getrunken. Aber mir ist klar: Ich lebe auf einem Pulverfass.

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