Empfehlen | Drucken | Kontakt14.09.2009 - 15:09 Uhr

Ex-Manager im Interview: Rudi Assauer: „Ich habe Angst um Schalke“

Von THOMAS GASSMANN
Foto: ddp
Köln –  

Tränen. Triumphe. In 18 Jahren auf Schalke erlebte Rudi Assauer (65) alle Facetten des Fußballs. 2006 war Schluss. „Stumpen-Rudi“ wurde geschasst.

Drei Jahre später hat Schalke große finanzielle Probleme. Assauer macht sich im EXPRESS-Gespräch ernsthafte Sorgen um die Königsblauen.

Interview mit Rudi Assauer

Herr Assauer, wo erreichen wir Sie gerade?
Ich bin mit Freunden auf der MS Deutschland.

Schön für Sie. Dann geht es Ihnen ja bestens?
Richtig erraten.

Aber Ihrem Ex-Klub steht das Wasser bis zum Hals. Machen Sie sich Sorgen um Schalke?
Natürlich. Wenn man das alles liest, kann man schon Angst bekommen. Der Klub steckt in einer verdammt schwierigen Situation. Ich hoffe, Sie kommen da wieder raus. Ich habe Angst um Schalke.

Gab es Anzeichen für diese Lage, als Sie 2006 gehen mussten?
Nein, gar nicht. Als ich ging, war alles easy, in bester Ordnung, kein Vergleich zu heute.

Worauf führen Sie die Schwierigkeiten zurück?
Offensichtlich wurde in den letzten Jahren davon ausgegangen, dass Schalke weiter in der Champions-League spielt. Und dementsprechend wurde dann das Geld ausgegeben.

Jetzt scheint Schalke Probleme zu haben. Die Kosten übersteigen die Einnahmen, künftige Sponsoren-Einnahmen flossen schon vorab, es droht ein Liquiditätsengpass.
Richtig. Das ist ein Problem. Ich habe gehört, dass sich jetzt Geschäftsführer Peter Peters darum kümmert, Firmen und Unternehmer anzusprechen, die Schalke frisches Geld zur Verfügung stellen sollen. Ich wünsche ihm dabei viel Glück.

Ehrlich? Sie bekommen von Schalke doch auch noch Kohle, wie es zuletzt hieß.
Nicht direkt, sondern von der Stadiongesellschaft. Ich habe Schalke einen Brief geschrieben und ihnen mitgeteilt, dass sie mir das Geld dann geben können, wenn es für sie okay ist.

Ganz schön spendabel...
Ich bin und bleibe eben Schalker.

Gab es während Ihrer Amtszeit eine vergleichbare Situation?
Als ich auf Schalke anfing, musste ich zum DFB. Da gab es eine ganz große Runde. Da ging es um die Lizenz des Klubs, um Punktabzüge. Da ging es um die Existenz. Ich denke, dass ist mit heute nicht vergleichbar.

Das Geld, heißt es, reicht aktuell – wenn überhaupt – nur bis zur Winterpause.
Das weiß ich nicht. Das wissen die Leute, die jetzt in der Verantwortung stehen. Die Situation ist verdammt schwierig. Ich hoffe, dass Schalke es meistert.

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