Der Blitz-Aufstieg von Jens Keller zum Schalker Cheftrainer führte am Sonntagmorgen zu einem kuriosen Bild. Während der 42-Jährige sein erstes Training bei den Profis leitete, spielten seine B-Junioren, deren Coach er wenige Stunden zuvor noch war, auf dem Platz nebenan gegen Rot-Weiss Essen.
Nach der Entlassung von Huub Stevens sollte sich der frühere Abwehrspieler, der unter anderem für den VfB Stuttgart, den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt kickte, schnell an die Arbeit machen. Denn schon am Dienstag steht das Pokal-Achtelfinale gegen den FSV Mainz 05 an.
Ist Keller nur eine Notlösung? Fest steht: Der Neue soll Zeit bekommen. „Es ist ganz klar definiert, dass er bis zum Saisonende die Verantwortung trägt. Wir denken und arbeiten jetzt erst mal kurzfristig“, erklärt Schalke-Manager Horst Heldt. Saisonziel sei die Qualifikation für die Champions League.
Wie dieses Ziel erreicht werden soll, muss Keller erst noch herausfinden. „Ich muss die Jungs erstmal kennenlernen“, sagte der Coach nach einer 90-minütigen Einheit am Sonntag. Ob es personelle Maßnahmen im Team geben wird, ließ er offen. „Das Spiel am Dienstag ist für mich das Wichtigste. Über alles andere machen wir uns danach den Kopf“
Heldt hatte Keller erst vor der Saison zu den Schalkern geholt. Dort gewann er mit der U17 bisher alle 13 Partien. Beide kennen sich noch aus Stuttgarter Zeiten. Nach der Entlassung von Christian Gross übernahm Keller im Oktober 2010 die VfB-Profis, wurde nach zwei Monaten aber schon wieder freigestellt. Auf ihn folgte der aktuelle Coach Bruno Labbadia.
Heldt schenkt dem neuen Mann sein Vertrauen: „Ich kenne Jens, wir sind in einem ähnlichen Alter, ich halte ihn für einen hervorragenden Trainer. Er genießt mein vollstes Vertrauen. Warum soll man dann in die Ferne schauen?“
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