Wenn Huub Stevens sein Bullterrier-Gesicht auflegt, kann einem angst und bange werden. Nach dem glücklichen 1:1 gegen Gladbach war dieser Moment mal wieder gekommen.
Der Knurrer von Kerkrade beugte sich nach vorne, starrte mit seinen großen Augen in die Menge und legte los. Es wurde eine Abrechnung mit den eigenen Fans!
Stevens hatte auf Drängen des Anhangs seine Nummer eins Lars Unnerstall geopfert. Aber Ersatzmann Timo Hildebrand patzte beim Gegentor. Und Stevens lästerte: „Die Pfiffe gegen den Torhüter sind nicht mehr gekommen. Dafür gab es jetzt Pfiffe gegen die gesamte Mannschaft.“
Nach fünf Punkten aus sechs Spielen ist das Klima auf Schalke vergiftet. Die einst königsblaue Stimmung hat sich in tristes Grau verwandelt. „Wenn wir das Ding hier verlieren, brennt die Bude“, meinte Schalkes Torschütze Julian Draxler.
Nach unseren Informationen gibt es hinter den Kulissen bereits einen Schwelbrand. Es geht um den Trainer: Stevens verbreite schlechte Stimmung und schade damit der Außenwirkung, heißt es.
Der Holländer dagegen ist sauer, dass man das Erreichen des Champions-League-Achtelfinales nicht würdige. Außerdem sei man noch im Rennen um den DFB-Pokal, und Platz vier in der Liga sei ja auch nicht so schlecht.
Manager Horst Heldt fiel es schwer, Stevens Fan-Attacken zu verteidigen. Im Gegenteil. In den Worten des Schalker Sportvorstands war Unverständnis herauszuhören. „Stevens ist sehr emotional“, sagte Heldt, „dann kämpft und fightet er und nimmt sich nicht zurück. Vielleicht sind seine Aussagen für viele nicht akzeptabel, aber so ist er, und so wird er auch immer bleiben.“
Ob Stevens seinen Vertrag auf Schalke im Winter verlängert, ist fraglicher denn je.
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