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Gespräch mit Manager: Heldt: „Bayer hat das Image des Plastikklubs längst abgelegt!“

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Schalkes Manager Horst Heldt ist ein Mann der klaren Worte.
Schalkes Manager Horst Heldt ist ein Mann der klaren Worte.
Foto: dpa
Gelsenkirchen –  

Horst Heldt (43) trägt ein weißes Hemd zur beigen Hose. Der Sportvorstand von Schalke 04 bittet in sein Arbeitszimmer. Es ist der Raum, in dem jahrelang sein Vorgänger Rudi Assauer saß. Das ist Vergangenheit.

Der Ex-Kölner (1988 bis 1995) hat dem Kultklub aus dem Pott seine persönliche Handschrift gegeben. Vor dem Spiel um den Champions-League-Platz am Samstag gegen Bayer Leverkusen sprach unsere Zeitung mit Heldt.

Was ist das Besondere an Schalke?

Schalke ist über die Landesgrenzen bekannt. Wir sind der größte Traditionsklub in Deutschland.

Spürt man den Mythos?

Ja, täglich.

Woran?

Das spüre ich schon, wenn ich auf das Gelände fahre. Es ist ein Kribbeln, ein ganz besonderes Gefühl. Schalke hat eine große Kraft, national, aber auch international. Egal, wo wir hinfahren - wir werden immer von einer riesengroßen Fangemeinde unterstützt.

Spüren Sie die große Verantwortung?

Verantwortung haben meine Kollegen in Ihrer Position auch. Aber wenn ich eine Entscheidung für Schalke fälle, fallen die Wellen eventuell höher und intensiver aus.

Ist Bayer ein Plastikklub?

Nein. Bayer Leverkusen hat es über Jahre hinweg verstanden, eine eigene Marke zu sein. Bayer steht für guten, erfolgreichen und schönen Fußball. Natürlich ist Bayer anders als Schalke.

Weil sich Leverkusen den Mythos nicht kaufen kann?

Bayer ist ein etablierter, anerkannter Klub. Das Image des Plastikklubs haben sie doch längst abgelegt.

Ihr Dortmunder Kollege Hans-Joachim Watzke ist der Meinung, dass Bayer weniger TV-Gelder erhalten sollte, weil sie nicht so viele Fans anziehen wie die Traditionsklubs BVB oder Schalke. Das müsste Ihnen doch gefallen.

Man sollte vorsichtig sein, wie man das formuliert. Trotzdem meine ich, dass man über diesen Vorschlag nachdenken sollte. Es ist nun mal so, dass Traditionsklubs die Massen stärker bewegen.

Sie sind also für Watzkes Vorstoß?

Wir sollten intern auf der DFL-Tagung darüber sprechen. Man sollte schon einmal prüfen: Wie groß ist die Fan-Unterstützung der jeweiligen Clubs? Es ist wichtig zu prüfen, ob es noch Chancengleichheit gibt, ob wir mit dem derzeitigen Schlüssel noch auf dem richtigen Weg sind. Aber klar ist auch: Ich möchte nicht als Moralapostel auftreten.

Sind die Bayern auf ewig uneinholbar?

Nein. Natürlich sind sie in Deutschland die klare Nummer eins. Aber das heißt ja nicht automatisch, dass sie Meister werden. Vor zwei Jahren waren sie auch die stärkste Kraft, aber Dortmund holte den Titel.

Bayern ist die Nummer eins, der BVB die Nummer zwei, Schalke Nummer drei. Einverstanden?

Nein. Dortmund war in der jüngsten Vergangenheit sportlich erfolgreicher als wir. Aber 2011 standen wir im Halbfinale der Champions-League. Wir haben mehr Mitglieder als Dortmund. Ich denke, der Kampf um Platz zwei ist offen.

Was passiert, wenn Schalke gegen Bayer verliert?

(Heldt lacht) Dann stellen wir den Spielbetrieb nicht ein.

Also ist es für Sie kein Finale?

Nein. Danach kommen noch fünf Partien.

Der BVB war sportlich und finanziell am Boden, dann kam Jürgen Klopp, und Jahre später steht Dortmund so gut da wie nie. Beneidet man da die Kollegen des BVB?

Das war eine glückliche Fügung. Klopp gehört zu den besten Trainern Europas. Das ist aber nicht der Maßstab, an dem sich Schalke orientiert. Wir sind glücklich darüber, dass wir eine eigene Identität haben.

Was würde es für Schalke bedeuten, wenn die Champions-League-Quali verpasst wird?

Seit zwei Jahren bauen wir Verbindlichkeiten in einem hohen Millionenbetrag ab. Natürlich ist es einfacher, mit den Einnahmen aus der Champions League zu planen. Sollte es nicht dazu kommen, werden wir trotzdem eine konkurrenzfähige Mannschaft stellen.

Wird Schalke (zuletzt 1958; die Red.) noch einmal Meister?

Ja, bestimmt.

In Ihrer Amtszeit (bis 2016; die Red.)?

Das weiß ich nicht, aber ich werde das mit Sicherheit noch erleben.

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