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Warnungen nach Mursis Sturz: Kann man noch in Ägypten Urlaub machen?

Die Ägypter feiern die anstehenden Neuwahlen. Vor Reisen nach Kairo und Alexandria wird dringend abgeraten.
Die Ägypter feiern die anstehenden Neuwahlen. Vor Reisen nach Kairo und Alexandria wird dringend abgeraten.
Foto: dpa
Berlin –  

In Kairo toben seit Tagen tödliche Massenproteste. Ein Jahr nach seiner Wahl wurde Mohammed Mursi unter Arrest gestellt. Der Präsident des Verfassungsgerichtes, Adli Mansur, wurde als Nachfolger vereidigt. Die Lage in Ägypten ist angespannt, in der Nacht zu Donnerstag starben wieder Menschen bei Auseinandersetzungen.

Doch was bedeutet das für Touristen? Das auswärtige Amt hat eine Reisewarnung herausgegeben.

Nicht notwendige Reisen nach Kairo und Alexandria sollten in jedem Fall vermieden werden. Auch von Reisen in die übrigen Landesteile wird dringend abgeraten - dies gelte besonders für das Nildelta, den Sinai, das ägyptisch-israelische und das ägyptisch-lybische Grenzgebiet.

Entwarnung für Urlaubsgebiete

Doch nicht das ganze Land ist für Urlauber tabu: „Reisen nach Ägypten sollten in der aktuellen Situation auf die Urlaubsgebiete am Roten Meer, die Touristenzentren in Oberägypten (insbes. Luxor, Assuan, Nilkreuzfahrten) und auf geführte Touren in der Weißen und Schwarzen Wüste beschränkt werden. Gegen Reisen in diese Gebiete im Transit über den Internationalen Flughafen Kairo bestehen keine Bedenken“, heißt es auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes.

Die Reiseunternehmen informieren sich laufend bei ihren Partnern vor Ort über die Lage im Land. „Da herrscht absolutes business as usual“, sagt Kai Krämer, der bei Phoenix Reisen für Ägypten zuständig ist.

Alltours hat sicherheitshalber alle Tagesausflüge aus den Feriengebieten nach Luxor abgesagt. In den Urlaubsorten am Roten Meer kämen gelegentlich Menschen zu kleineren Demonstrationen zusammen, sagt Sprecher Stefan Suska. „Aber die sind absolut friedlich, und sonst ist überhaupt nichts zu spüren.“

Generell wird aber empfohlen, nachmittags- und abends nicht in größeren Städten zu fahren und Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden. In den letzten Monaten sei außerdem ein „genereller Anstieg der Allgemein-Kriminalität (Banküberfälle, Car-Jackings, Handtaschenraub; vereinzelt auch mit Waffengewalt) zu beobachten“.

Darüber hinaus gelten die landesspezifischen Sicherheitshinweise.

Kann ich meinen Urlaub Stornieren?

Die Reiseveranstalter reagieren unterschiedlich: DER Touristik und Tui bieten kostenloses Umbuchen oder Stornieren für Reisen nach Kairo bis zum 8. Juli an. Tagesausflüge in die Hauptstadt haben beide Unternehmen vorläufig abgesagt. Phoenix Reisen hat am Dienstag Urlauber aus Kairo in Hotels in den Ferienorten oder auf Nilschiffe gebracht. Bleibe die Situation unverändert, dürften voraussichtlich auch Gäste von Phoenix Reisen, die bereits gebucht haben, kostenlos stornieren oder umbuchen, sagt der Ägypten-Verantwortliche Kai Krämer.

Aida Cruises hätte am 8. Juli Port Said angelaufen. Die „Aida Diva“ werde nun stattdessen in Ashdod (Israel) Station machen, erklärte eine Sprecherin. Andere Reedereien wie MSC oder Tui Cruises sind derzeit nicht in Ägypten unterwegs.

Bietet der Veranstalter keine kostenlose Stornierung oder Umbuchung einer Kairo-Reise an, gilt nach Einschätzung des Reiserechtlers Paul Degott Folgendes: Wenn die Reise massiv beeinträchtigt ist, weil der Urlauber zum Beispiel Museen im Stadtzentrum anschauen wollte, dort jetzt aber gewaltsame Ausschreitungen sind, kann er kostenlos von der Reise zurücktreten.

Schlechtere Karten haben Urlauber, die eine Reise ans Rote Meer planen. Kostenloses Stornieren der Reise ist nicht möglich. „Ein ungutes Gefühl rechtfertigt nie einen kostenlosen Rücktritt“, sagt Degott.

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