Mönchengladbach - Erst sein unheimliches „Haus ur“, dann sein skandalträchtiger Plan für einen „Sterberaum“.
Jetzt sorgt der Mönchengladbacher Künstler Gregor Schneider wieder für Aufsehen. Sein neuestes Kunstwerk: ein 70 Meter langer, gigantischer Tunnel.
Innen wie außen pechschwarz, wird der Tunnel „END“ für ein Jahr der unheimliche Zugang zum Museum Abteiberg. Die 14 x 14 Meter große Öffnung ist bis weit in die Innenstadt sichtbar. Sie verjüngt sich bis zum Ende trichterförmig. Am Schluss bleibt schließlich ein kleines Loch, durch das die Besucher in das Museum gelangen. Wer dort endlich Licht erhofft, liegt falsch. Auch hier sind die Räume verdunkelt. Mehr erahnen als sehen kann man dort sechs Original-Räume aus Schneiders „Haus ur“.
Der Blindflug in Sachen Kunst endet mit bewegten Bildern: Schneider zeigt bislang unveröffentlichte Filme, die sich mit den Dörfern des nahen Braunkohlereviers beschäftigen. Schneider-gemäß mit deren Untergang. Für Menschen, die‘s gern depressiv haben, bestimmt ein Highlight. Eröffnung: 8. November.
Gregor Schneider (39) gehört zu den bekanntesten Gegenwartskünstlern. Für sein „Haus ur“, eine gruselige Verfremdung seines Elternhauses, wurde er 2001 mit dem „Goldenen Löwen“ der Biennale Venedig ausgezeichnet. Für einen Skandal sorgte er mit seinen Plänen für einen „Sterberaum“. Dort wollte er einen Sterbenden mit dessen Einverständnis bis zum Tod „ausstellen“.
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