Recht
Verbraucherrecht, Internetrecht, neue Gesetze, Rechtsschutz, aktuelle Urteile zu Miete und Arbeit

Empfehlen | Drucken | Kontakt

Gleichbehandlung gestärkt: Gericht stärkt Adoptionsrecht Homosexueller

Der Vizepräsident des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof, entschied über das Adoptionsrecht.
Der Vizepräsident des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof, entschied über das Adoptionsrecht.
Foto: dpa
Karlsruhe –  

Das Bundesverfassungsgericht hat das Recht auf Gleichbehandlung gestärkt. Homosexuelle, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, dürfen nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts künftig ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren.

Das Verbot der Sukzessiv-Adoption durch Schwule und Lesben widerspreche dem Recht auf Gleichbehandlung des Grundgesetzes, entschied der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts am Dienstag in Karlsruhe. Bis 30. Juni 2014 muss der Gesetzgeber eine verfassungskonforme Regelung schaffen.

Bislang konnte ein homosexueller Lebenspartner nur das leibliche Kind des anderen adoptieren - etwa, wenn das Kind einer früheren heterosexuellen Beziehung entstammt oder nach einer Samenspende zur Welt kam. Bei dem Urteil ging es ausdrücklich nicht um Fremdkind-Adoptionen für homosexuelle Paare.

Verhandelt worden waren zwei Fälle, in denen einmal ein Mann und einmal eine Frau vor dem Eingehen einer Lebenspartnerschaft je ein nichtleibliches Kind angenommen hatten und der Partner das Kind ebenfalls adoptieren wollte. Verfassungsbeschwerde eingelegt hatte unter anderem eine Ärztin aus Münster. Ihre langjährige Partnerin hatte 2004 ein Mädchen aus Bulgarien adoptiert. Doch den Wunsch der Ärztin, gleichfalls Adoptivmutter zu werden, lehnten die Gerichte ab.

Experten argumentierten bei der Verhandlung, eine Sukzessiv-Adoption entspreche den Interessen des Kindes, weil eine rechtliche Verfestigung das Kind schütze. So könne im Falle einer Trennung ein Familiengericht entscheiden, wo das Kind besser leben solle. Im Falle des Todes des Partners, der das Kind adoptiert hatte, wäre es für das Kindeswohl besser, wenn das Kind weiter beim anderen Partner leben könnte. Vorteile durch eine Adoption gebe es zudem beispielsweise im Erbrecht und im Unterhaltsrecht.

Auch interessant
Weitere Meldungen aus dem Bereich Recht
Duzen oder siezen? - Bei diesem Thema sind sich viele Menschen unsicher. Manche Unternehmen schreiben die Umgangsformen aber eindeutig für Mitarbeiter vor.
Arbeitsrecht
Darf mich mein Chef einfach so duzen?

Duzen oder siezen? Bei diesem Thema sind sich viele Mitarbeiter unsicher. Dürfen Unternehmen die Anrede unter Kollegen vorschreiben? Kann ich das „Du“-Angebot vom Chef ablehnen?

Freche Kinder haben an Halloween Spaß. Doch nicht jeder Streich ist tatsächlich auch erlaubt. Wird etwas mutwillig beschädigt, kann es Ärger geben.
Sachbeschädigung
Diese Halloween-Streiche sind (nicht) erlaubt

In Frankreich versetzen gruselig verkleidete Clowns Menschen in Angst. Ist das noch Spaß, oder gehen solche Streiche rund um Halloween zu weit? - Nachbarn erschrecken, Senf auf Türklinken, Eierwurf gegen Häuser: Was ist erlaubt?

Entspannt in den Urlaub: Um ihren Urlaubsanspruch durchsetzen zu können, sollten Arbeitnehmer ihre Rechte kennen.
7 Fakten
Das müssen Berufstätige über Urlaub wissen

Entscheidet immer der Chef, wann frei genommen wird? Dürfen Arbeitnehmer Resturlaub mit ins nächste Jahr nehmen? Sieben wichtige Urlaubs-Fakten für Mitarbeiter im Überblick.

Politik & Wirtschaft
Neueste Bildergalerien
Brutto-Netto Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Wirtschaft und Finanzen
Alle Videos
Anzeige: Rechtsanwälte & Kanzleien
Weitere Links
Unternehmen im Rheinland
FACEBOOK
EXPRESS.DE on Facebook