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Express.de | Was zu tun ist: Jede Minute zählt bei Herzinfarkt
09. November 2010
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Was zu tun ist: Jede Minute zählt bei Herzinfarkt

Keine Angst vor Fehlalarm! Warten hat in lebensgefährlichen Situationen nichts zu suchen!

Keine Angst vor Fehlalarm! Warten hat in lebensgefährlichen Situationen nichts zu suchen!

Herzinfarkt bedeutet Lebensgefahr. Alarmieren Sie bei Verdacht auf Infarkt deshalb sofort den Rettungsdienst mit Notarzt (112). Jeder dritte Mensch mit einem Herzinfarkt stirbt, bevor er die rettende Klinik erreicht. Deshalb muss sofort reagiert werden.

Nur die schnelle Behandlung in der Klinik bewahrt das Herz vor schweren Schäden. Keine Angst vor Fehlalarm Niemand ruft gern den Rettungsdienst. Deshalb warten viele Menschen erst einmal ab, ob die Beschwerden wieder von allein verschwinden. Warten hat in dieser lebensgefährlichen Situation nichts zu suchen! Viele Patienten zögern vor allem in der Nacht und am Wochenende, den Rettungsdienst zu rufen. Warten Sie auf keinen Fall auf den Morgen oder den Montag.

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute! Auch verlieren Sie wertvolle Zeit, wenn Sie zunächst beim Hausarzt, bei Verwandten oder bei den Nachbarn anrufen. Äußern Sie den Verdacht auf Herzinfarkt. Wenn Sie den Rettungswagen unter 112 oder die örtliche Notrufnummer anrufen, äußern Sie sofort deutlich den Verdacht auf Herzinfarkt, dann wird Ihnen umgehend ein Rettungswagen mit Defibrillator geschickt. Mit ihm können lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) beendet werden.

Nicht gleich wieder auflegen. Immer wieder gehen bei Leitstellen Notrufe ein wie: „Kommen Sie sofort, mein/e Mann/Frau ist zusammen gebrochen“ – ohne die Adresse anzugeben wird aufgelegt. Wie soll da der Rettungsdienst wissen, wohin er fahren soll? Warten Sie daher immer ab, ob noch Rückfragen kommen. Das Gespräch beendet die Leitstelle.

Ärztlicher Notdienst ist kein Rettungsdienst. Häufig führt der Name „Ärztlicher Not- bzw. Bereitschaftsdienst“ zu Missverständnissen. Dabei handelt es sich nicht, wie viele annehmen, um den Notarzt im Rettungswagen, sondern um einen Dienst, der an Wochenenden oder nachts ins Haus kommt und den Hausarzt ersetzt.

Das ist beispielsweise bei einer Grippe oder bei einer schweren Migräne der Fall, wenn ärztliche Hilfe benötigt wird. Es dauert aber oft lange, bis dieser ärztliche Bereitschaftsdienst kommen kann. Und wenn er eintrifft, kann er auch nur die 112 alarmieren. Vermeiden Sie deshalb diesen Umweg.

Nicht mit dem Auto in die Klinik! Menschen mit einem Herzinfarkt lassen sich leichtsinnigerweise immer wieder von Freunden oder Verwandten ins Krankenhaus fahren. Manch einer setzt sich sogar selbst ans Steuer. Das sollte man auf keinen Fall tun! Tritt das lebensbedrohliche Kammerflimmern auf, kann nur der Defibrillator helfen. Außerdem wird der Patient vom Rettungsdienst bereits zu Hause versorgt. Und wenn er im Krankenwagen liegt, setzt die Therapie schon hier oder spätestens in der Klinik.